Morgenkreis im Winter: fertige Abläufe zu Wetter, Schnee und Tieren

Inhaltsverzeichnis anzeigen

Drei Winter-Morgenkreise zum direkten Ausprobieren: Wetter beobachten, Schnee beim Schmelzen zuschauen und Tiere im Winter kennenlernen. Jeder Ablauf dauert etwa 15 Minuten und passt für Kinder von 3 bis 6 Jahren. Ohne Schnee nutzt du Eiswürfel oder wählst eines der anderen Themen.

Nasse Stiefel, kalte Hände, ein kahler Baum vor dem Fenster: Der Winter liefert Gesprächsanlässe auch ohne weiße Landschaft. Greife etwas auf, das die Kinder beim Ankommen bemerkt haben. Daraus kann die Frage für euren Morgenkreis entstehen.

Vorbereitung und gemeinsamer Rahmen

Lege nur das Material für den heutigen Kreis in die Mitte. Zusätzliche Dinge bleiben in einer kleinen Kiste, bis du sie brauchst. So können die Kinder sehen, worum es gerade geht.

Alle drei Abläufe haben denselben Aufbau: zwei Minuten Begrüßung, drei Minuten Einstieg, vier Minuten Erkunden, vier Minuten Bewegung oder Zuordnen und zwei Minuten Abschluss. Nutze euer bekanntes Begrüßungsritual. Für jüngere Kinder kannst du auf fünf bis zehn Minuten kürzen.

Wer nicht erzählen möchte, kann ein Bild wählen, etwas zeigen oder eine Bewegung machen. Wenn du zwischendurch einen anderen kurzen Impuls suchst, hilft der Morgenkreisspiele-Finder.

Drei fertige Winter-Morgenkreise

1. Wetterdetektive: Wie sieht der Winter heute aus?

Material: große Bilder für Sonne, Wolken, Regen, Wind und Schnee sowie Mütze, Handschuhe und Schal.

0–2 Minuten – Begrüßung: Beginne mit eurem Ritual. Dann stellst du die Frage: „Welches Wetter haben wir heute vor der Kita?“ Lass die Kinder kurz berichten, was sie beim Ankommen gesehen haben.

2–5 Minuten – Wetterblick: Schaut durch ein gut erreichbares Fenster oder erinnert euch an den Weg in die Kita. Lege zwei oder drei Wetterbilder hin. „Was sehen wir wirklich?“ Pfützen und kahle Äste sind ebenso interessant wie Schneeflocken. Bei einer Vermutung kannst du ergänzen: „Dunkle Wolken sehen wir. Ob es gleich regnet, schauen wir später.“

5–9 Minuten – Kleidung wählen: Lege die Kleidungsstücke in die Mitte. „Was brauchen wir heute draußen? Warum?“ Die Kinder können etwas auswählen, zeigen oder erzählen. Beziehe dich auf das tatsächliche Wetter und das, was ihr draußen vorhabt.

9–13 Minuten – Wetter bewegen: Wind wird zu langsamen Armbewegungen, Regen zu vorsichtigem Tippen auf die eigenen Oberschenkel. Für die Sonne öffnen sich die Hände. Ein Kind wählt eine Karte, die anderen finden eine Bewegung. Das geht im Stehen und im Sitzen.

13–15 Minuten – Abschluss: Wählt eine Karte für euer heutiges Wetter. „Vor dem Hinausgehen schauen wir noch einmal, welche Kleidung passt.“ Verändert sich das Wetter später, tauscht ihr die Karte gemeinsam.

Leichter: Zwei deutlich verschiedene Bilder reichen. Für Vorschulkinder: Vergleicht das Wetter am Morgen und nach dem Mittagessen. Was ist gleich, was hat sich verändert?

2. Schnee verändert sich: Was bleibt in der Schale?

Material: eine kleine Menge Schnee in einer durchsichtigen Kunststoffschale, ein Tablett, ein Wischtuch und drei Zeichnungen: Schnee, Schnee mit Wasser, Wasser. Wenn kein Schnee liegt, nimm Eiswürfel aus sauberem Wasser und nenne den Kreis „Eis verändert sich“.

Bei der Beobachtung: Schnee wird nicht gegessen. Stelle die Schale standsicher auf das Tablett und wische verschüttetes Wasser auf. Eine heiße Wärmequelle brauchst du nicht. Ob bis zum Ende alles geschmolzen ist, hängt von Menge und Raumtemperatur ab.

0–2 Minuten – Begrüßung: Zeige nach dem vertrauten Anfang die Schale. „Was verändert sich, wenn Schnee im warmen Raum steht?“ Die Kinder schauen zunächst genau hin.

2–5 Minuten – Vermutungen: „Was könnte nachher in der Schale sein?“ Die Kinder erzählen oder zeigen auf eine Zeichnung. Merke dir zwei unterschiedliche Ideen, auf die ihr später zurückkommen könnt.

5–9 Minuten – Beobachten: Lass die Kinder die Schale nacheinander anschauen. „Wo sehen wir Wasser? Ist noch alles weiß?“ Wenn sich kaum etwas verändert hat, beschreibt ihr genau das. Die Schale darf länger stehen bleiben.

9–13 Minuten – Bilder ordnen: Legt die drei Zeichnungen in eine mögliche Reihenfolge. „Zuerst ist Schnee da. Dann sehen wir Schnee und Wasser. Später bleibt Wasser.“ Welches Bild passt jetzt gerade zur Schale?

13–15 Minuten – Wiederkommen: Vereinbart, wann ihr nachschaut, zum Beispiel nach dem Frühstück. Die Schale bleibt an einem sicheren Beobachtungsplatz. Beim nächsten Blick vergleicht ihr mit euren Vermutungen.

Leichter: Vergleicht nur Anfang und späteren Zustand. Für Vorschulkinder: Zeichnet die Schale vorher und nachher. Benennt das Ausgangsmaterial richtig: Eiswürfel sind kein Schnee, auch wenn beides beim Schmelzen zu Wasser wird.

Zwei Kinder beobachten mit einer pädagogischen Fachkraft Schnee in einer Kunststoffschale auf einem Tablett
Die Schale bleibt nach dem Morgenkreis zum Weiterbeobachten stehen.

3. Tiere im Winter: Wer schläft, wer sucht Futter?

Material: große Bilder von Igel, Eichhörnchen und Meise. Dazu drei Symbole: ein geschütztes Nest, ein Vorrat und ein Vogel bei der Nahrungssuche.

0–2 Minuten – Begrüßung: Zeige nach eurem Ritual die Tierbilder. „Sind im Winter alle Tiere schlafen gegangen?“ Sammle erste Ideen.

2–5 Minuten – Tiere anschauen: Benennt sichtbare Merkmale: Stacheln, buschiger Schwanz und Schnabel. Wer den Tiernamen noch nicht kennt, kann etwas am Bild zeigen.

5–9 Minuten – Winterverhalten zuordnen: Erkläre: „Der Igel hält Winterschlaf. Das Eichhörnchen schläft im Winter viel, wird aber zwischendurch wach und sucht unter anderem seine Vorräte. Die Meise ist weiter auf Nahrungssuche.“ Legt die Bilder zu den Symbolen. Der Vorrat bedeutet also nicht, dass das Eichhörnchen den ganzen Winter in seinem Nest bleibt.

9–13 Minuten – Mit Bewegungen darstellen: Für den Igel legt ihr die Hände an die Wange. Beim Eichhörnchen suchen die Hände einen gedachten Vorrat. Bei der Meise bilden sie einen Schnabel. Ein Kind darf ein Bild aussuchen, das die Gruppe anschließend darstellt.

13–15 Minuten – Draußen weiterschauen: „Welches Tier könnten wir heute vielleicht beobachten?“ Nehmt euch einen ruhigen Blick ins Außengelände vor. Verstecke bleiben unberührt; auch wenn ihr kein Tier seht, kann dort eines leben.

Leichter: Beginne mit Igel und Meise. Für Vorschulkinder: Schaut nach Spuren. Anregungen dafür gibt der NABU-Beitrag zur tierischen Spurensuche.

Die Runde an die Kinder anpassen

Für jüngere Kinder reduzierst du die Bilder und wiederholst dieselben Wörter während der Handlung: „Wolke“ beim Fensterblick, „Wasser“ an der Schale. Eine Zuordnung kannst du gemeinsam mit einem Kind vormachen. Sobald die Aufmerksamkeit nachlässt, gehst du zum Abschluss über.

Vorschulkinder können vergleichen und zwischen Vermutung und Beobachtung unterscheiden. „Ich glaube …“ und „Ich sehe …“ helfen beim Formulieren. Lass sie Bilder ordnen oder an den späteren Blick auf die Schale erinnern. Die Aufgaben wechseln zwischen den Kindern.

Wenn ein Kind „da nass“ sagt, kannst du antworten: „Du siehst Wasser in der Schale.“ Es hört dabei die passende Formulierung, ohne seinen Beitrag korrigiert nachsprechen zu müssen. Auch ein Fingerzeig kann eine Beobachtung zeigen.

Aus drei Kreisen wird eine Winterwoche

Beginnt mit dem Wetterblick. Am folgenden Tag vergleicht ihr die Karte kurz mit dem aktuellen Wetter. Schnee oder Eis kommen dazu, wenn Zeit zum Weiterbeobachten bleibt. Der Tierkreis passt vor einem Aufenthalt im Außengelände.

Hängt nur ausgewählte Bilder und Zeichnungen auf: die Wetterkarte, die Schale vorher und nachher, die drei Tiere. Die Kinder können daran wiederholen, was sie entdeckt haben. Eine täglich neue Winterdekoration ist dafür nicht nötig.

Wenn ein Fingerspiel zu eurem Ritual gehört, findest du im Fingerspiele-Finder passende Ergänzungen. Für einen späteren kurzen Sprachimpuls kannst du den Sprachspiele-Finder nutzen.

Was tun, wenn draußen kein Schnee liegt?

Der Wetter- und der Tierkreis funktionieren trotzdem. Für die Schmelzbeobachtung nimmst du Eiswürfel und benennst sie als Eis. Regen, Wind und milde Tage gehören ebenfalls zum Winter; ihr braucht keine künstliche Schneelandschaft.

Muss jedes Kind etwas sagen?

Nein. Bilder auswählen, zuordnen und Bewegungen zeigen sind ebenfalls Beiträge. Du kannst später im Alltag nachfragen, wenn ein Kind etwas entdeckt. Der Morgenkreis muss nicht alle Antworten auf einmal einsammeln.

Empfehlen

Gute Beiträge und Spielideen sind zum Weitergeben da 💛

Hilf uns und teile sie. Vielen Dank!

Deine Meinung

Beitrag bewerten

Noch keine freigegebene Bewertung – du kannst die erste abgeben.

Wie hilfreich ist dieser Inhalt?

Die Bewertung erscheint erst, nachdem sie geprüft und freigegeben wurde.