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Der Morgenkreis im Herbst kann jeden Tag ein wenig anders aussehen, ohne dass dafür ständig neue Materialien vorbereitet werden müssen. Ein Blatt vom Weg, das aktuelle Wetter, eine Kastanie oder die Frage „Was hat sich draußen verändert?“ reichen oft schon als Einstieg. Kinder erleben den Herbst ohnehin täglich – der Morgenkreis kann diese Beobachtungen aufgreifen.
Die folgenden 25 Ideen verbinden Gespräch, Sprache, Wahrnehmung, Bewegung und kleine Rituale. Sie eignen sich für Kindergarten und Kita und dauern meist nur wenige Minuten. Für allgemeine Varianten findest du außerdem Morgenkreisspiele im Finder, Kreisspiele im Kindergarten und Fingerspiele im Herbst.
Welche Themen passen im Herbst in den Morgenkreis?
Besonders nah am Alltag der Kinder sind Blätter und Farben, Wind, Regen und Nebel, Kastanien und Eicheln, Äpfel und Ernte, Igel und Eichhörnchen sowie Veränderungen bei Licht und Temperatur. Die Themen lassen sich immer wieder aufgreifen, ohne dass jeden Tag neue Sachinformationen nötig sind.
25 Ideen für den Morgenkreis im Herbst
1. Das Blatt des Tages
Ein besonderes Herbstblatt liegt in der Mitte. Die Kinder beschreiben Farbe, Form, Größe und Oberfläche. Danach wird überlegt: Von welchem Baum könnte es stammen? Wo wurde es gefunden? Schon ein einzelnes Naturmaterial reicht für mehrere Gesprächsanlässe.
2. Unsere Herbstfarben
Lege rote, gelbe, orange, grüne und braune Farbkarten aus. Jedes Kind zeigt auf eine Farbe, die es auf dem Weg zur Kita gesehen hat. Danach kann gemeinsam gezählt werden, welche Farbe am häufigsten gewählt wurde.
3. Fünf fallende Blätter
Ein kurzer Zählreim mit fünf Fingern eröffnet den Kreis. Nach jeder Strophe „fällt“ ein Finger nach unten. Eine passende vollständige Variante findest du bei den Herbst-Fingerspielen.
4. Blätter-Pantomime
Alle stehen kurz auf und werden zu Blättern. Erst hängen sie ruhig am Baum, dann kommt leichter Wind, schließlich drehen sie sich langsam zum Boden. Die Bewegung dauert nur ein bis zwei Minuten und bringt Aktivität in einen sitzenden Kreis.
5. Blatt oder nicht?
Du nennst Gegenstände und die Kinder zeigen Daumen hoch, wenn sie zum Herbst passen: Kastanie, Badeball, Regenschirm, Schlitten, Blatt, Sonnenblume. Es gibt Raum für Diskussion, denn manches kann in mehreren Jahreszeiten vorkommen.
6. Wetterfenster
Ein Kind schaut aus dem Fenster und beschreibt das Wetter. Die Gruppe ergänzt: windig, nass, sonnig, kühl, neblig. Statt nur Symbole anzukreuzen, werden echte Beobachtungen in Worte gefasst.
7. Regentropfen-Rhythmus
Mit einem Finger beginnt leiser Regen auf den Knien, zwei Finger machen ihn stärker, beide Hände werden zum kräftigen Schauer. Danach wird der Regen wieder leiser. Ein Kind kann die Lautstärke dirigieren.
8. Wind hören
Alle sind für 20 Sekunden still. Ist draußen Wind zu hören? Gibt es andere Geräusche? Anschließend wird gesammelt. Wenn kein Wind hörbar ist, darf die Gruppe selbst verschiedene Windgeräusche ausprobieren.
9. Wetterbewegungen
Sonne bedeutet strecken, Regen Fingerspitzen auf Schultern, Wind sanft seitlich schwanken, Nebel Hände vor das Gesicht. Du wechselst die Wörter langsam, später etwas schneller. Das ist ein kurzer Reaktionsimpuls.
10. Was ziehen wir heute an?
Zeige oder nenne Kleidungsstücke. Die Gruppe entscheidet, was zum heutigen Wetter passt. Gummistiefel, Mütze, dünne Jacke, Sandalen – Kinder dürfen begründen, warum sie etwas wählen.
11. Kastanie wandert
Eine Kastanie wird langsam im Kreis weitergegeben. Wer sie hält, nennt ein Herbstwort oder beschreibt etwas, das er draußen gesehen hat. Wer nichts sagen möchte, gibt sie einfach weiter.
12. Wie viele Kastanien?
Lege eine kleine Menge Kastanien in die Mitte. Die Kinder schätzen zunächst, dann wird gemeinsam gezählt. Für Vorschulkinder können zwei Mengen verglichen werden. Weitere Ideen gibt es bei Spielen mit Kastanien.
13. Fühlbeutel Herbst
In einem Beutel liegen sichere Naturmaterialien: Kastanie, großes Blatt, Zapfen, glatter Stein. Ein Kind ertastet einen Gegenstand und beschreibt ihn. Die anderen dürfen raten.
14. Herbstmuster
In der Mitte beginnt eine Reihe aus Blatt – Kastanie – Blatt – Kastanie. Die Kinder setzen sie fort. Später kommen zwei Kastanien oder ein Zapfen hinzu. Das verbindet Morgenkreis mit ersten mathematischen Mustern.
15. Der Igel wacht auf
Alle machen sich klein wie ein eingerollter Igel. Langsam kommt die Nase hervor, dann streckt sich der Körper. Danach wird kurz besprochen, was Igel im Herbst tun und warum sie sich auf den Winter vorbereiten.
16. Eichhörnchen-Vorrat
Fünf imaginäre Nüsse werden mit den Fingern gezählt und „versteckt“. Die Gruppe überlegt: Warum sammeln Eichhörnchen Vorräte? Das Thema lässt sich spielerisch aufgreifen, ohne eine lange Sachstunde daraus zu machen.
17. Tiergeräusch oder Tierbewegung
Ein Kind stellt ein Tier dar, das im Herbst Thema sein kann: Igel, Eichhörnchen, Vogel, Fuchs. Die Gruppe rät. Danach kann eine kurze Frage folgen: Haben wir dieses Tier schon einmal draußen gesehen?

18. Apfelrunde
Ein Apfel liegt in der Mitte. Die Kinder beschreiben ihn, ohne ihn sofort zu essen: Farbe, Form, Geruch, Oberfläche. Verschiedene Sorten können verglichen werden. Bei Verkostungen müssen Allergien, Hygiene und Regeln der Einrichtung berücksichtigt werden.
19. Erntekorb
Bilder oder echte ungefährliche Lebensmittel liegen in einem Korb. Welche kennen die Kinder? Was wächst am Baum, was im Boden? Was wird im Herbst geerntet? Die Gruppe darf auch eigene Erfahrungen erzählen.
20. Was gehört zusammen?
Lege Paare in die Mitte: Apfel und Baum, Kastanie und Kastanienblatt, Eichel und Eichenblatt. Kinder ordnen zu und erklären ihre Wahl. Für jüngere Gruppen reichen zwei oder drei Paare.
21. Herbstwort des Tages
Wähle ein Wort wie „rascheln“, „neblig“, „Ernte“ oder „stürmisch“. Die Gruppe spricht es gemeinsam, erklärt es mit eigenen Worten und findet vielleicht eine passende Bewegung. So wächst der Wortschatz über mehrere Wochen.
22. Unsere Herbstgeschichte
Du beginnst mit einem Satz: „Heute Morgen lag vor unserer Tür ein riesiges rotes Blatt …“ Jedes Kind ergänzt ein Wort oder einen kurzen Satz. Die Geschichte darf lustig und fantasievoll werden.
23. Ein Herbstgeräusch
Ein Kind macht ein Geräusch vor: rascheln, pusten, auf die Knie trommeln. Die Gruppe wiederholt es. Danach kommt das nächste Kind. Aus mehreren Geräuschen kann am Ende ein kleines Herbstorchester entstehen.
24. Herbst-Wunsch
Jedes Kind darf sagen, was es im Herbst gern machen möchte: durch Blätter laufen, Kastanien sammeln, einen Drachen sehen, einen Spaziergang machen. Die Wünsche können später als Ideensammlung für die Gruppe dienen.
25. Ruhiger Herbstabschluss
Alle legen die Hände wie ein Blatt auf die Knie. Gemeinsam wird einmal tief eingeatmet und langsam ausgeatmet, als würde ein Windstoß das Blatt bewegen. Danach endet der Kreis mit einem festen Satz oder Zeichen.
Wie lange sollte ein Herbst-Morgenkreis dauern?
Für viele Kindergarten-Gruppen reichen zehn bis fünfzehn Minuten, bei jüngeren Kindern auch deutlich weniger. Entscheidend ist nicht die Zahl der Programmpunkte. Ein Gespräch über ein besonderes Blatt kann wertvoller sein als fünf schnell abgearbeitete Spiele.
Wenn die Gruppe lange sitzen musste, sollte eine kurze Bewegung eingebaut werden. Blätter-Pantomime, Wetterbewegungen oder Tierbewegungen reichen oft schon. Weitere aktive Varianten gibt es bei Bewegungsspielen für den Morgenkreis.
Wie baut man einen Morgenkreis im Herbst auf?
Ein einfacher Dreischritt funktioniert gut: zuerst ankommen und begrüßen, danach ein Herbstimpuls und am Ende eine kurze gemeinsame Aktivität. Der Impuls kann Wetter, Naturmaterial, Tier oder ein Erlebnis der Kinder sein. Die Aktivität kann ein Reim, Rhythmus, Gespräch oder eine Bewegung sein.
Beispiel: Begrüßung – Wetterfenster – Regentropfen-Rhythmus. Oder: Begrüßung – Kastanie fühlen – Kastanien zählen. Mehr braucht es nicht. Wiederkehrende Abläufe geben Orientierung, während das Herbstthema täglich wechseln kann.
Welche Herbstideen kommen ohne Vorbereitung aus?
Wetterfenster, Wind hören, Wetterbewegungen, Herbstwort des Tages, Tierpantomime, Herbst-Wunsch und eine gemeinsame Geschichte brauchen kein Material. Wenn ein Blatt oder eine Kastanie vorhanden ist, entstehen sofort weitere Möglichkeiten.
Wie lassen sich Kinder im Morgenkreis stärker beteiligen?
Gib kleine Leitungsrollen ab. Ein Kind darf den Regentropfen-Rhythmus dirigieren, das Wetter beschreiben, das nächste Tier auswählen oder eine Kastanienmenge legen. Dadurch müssen nicht alle Inhalte von Erwachsenen kommen.
Auch Fragen sollten offen genug sein, damit mehrere Antworten möglich sind: „Was fällt dir an diesem Blatt auf?“ ist oft ergiebiger als „Welche Farbe hat das Blatt?“. Bei jüngeren Kindern bleiben konkrete Fragen trotzdem wichtig.
Welche Herbstthemen eignen sich über mehrere Wochen?
Blätter und Farben können im frühen Herbst starten. Danach passen Ernte, Äpfel und Kastanien. Wind, Regen und Nebel begleiten die Wetterveränderung. Igel, Eichhörnchen und Zugvögel bieten Übergänge Richtung Winter. Die Reihenfolge muss nicht starr sein; aktuelle Beobachtungen sind oft der beste Anlass.
Häufige Fragen zum Morgenkreis im Herbst
Was kann man im Herbst im Morgenkreis machen?
Kurze Gesprächsimpulse zu Wetter und Natur, Fingerspiele, Reime, Rhythmus, Naturmaterialien, Tierbewegungen, Zählspiele und kleine Geschichten passen besonders gut.
Welche Ideen eignen sich für Kinder ab drei Jahren?
Blatt zeigen, Wetterbewegungen, Regentropfen-Rhythmus, Kastanie wandern, einfache Tierbewegungen und Fühlspiele haben wenig Regeln und sind schnell verständlich.
Wie bleibt der Morgenkreis abwechslungsreich?
Behalte Begrüßung und Abschluss möglichst verlässlich, aber wechsle den Mittelteil. Ein Tag kann sprachlich, der nächste bewegt, der dritte naturbezogen sein. So bleibt der Rahmen vertraut.
Braucht man jeden Tag ein neues Herbstthema?
Nein. Wiederholung ist gerade für Kindergartenkinder hilfreich. Dasselbe Blattspiel oder derselbe Reim kann mehrere Tage auftauchen und jedes Mal leicht verändert werden.
Wo finde ich weitere Morgenkreisspiele?
Der Morgenkreisspiele-Finder hilft bei der Auswahl, zusätzlich gibt es Kennenlernspiele und Konzentrationsspiele im Morgenkreis.
Der Herbst macht den Morgenkreis besonders einfach, weil das Thema jeden Tag vor der Tür liegt. Kinder bringen Beobachtungen, Fundstücke und Erlebnisse mit. Wenn diese aufgegriffen werden, entsteht ein Morgenkreis, der nicht nur über den Herbst spricht, sondern an das anknüpft, was die Gruppe tatsächlich erlebt.
Bildnachweise: Beitragsbild: Roman Holoschchuk / Unsplash. Bild im Artikel: Scott Webb / Unsplash.




