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Der Herbst liefert Spielmaterial praktisch frei Haus: raschelnde Blätter, Kastanien, Wind, Pfützen, Regen und ständig neue Farben. Für Kindergarten und Kita ist das ideal, denn viele Herbstspiele verbinden Bewegung, Wahrnehmung, Sprache, Kreativität und gemeinsames Erleben, ohne dass dafür teures Material nötig ist.
Die folgenden 30 Ideen funktionieren mit kleinen Anpassungen für Kinder von etwa drei bis sechs Jahren. Einige Spiele passen in den Garten oder auf den Spielplatz, andere lassen sich im Gruppenraum oder in der Turnhalle umsetzen. Wer noch mehr Bewegungsideen sucht, findet zusätzlich Bewegungsspiele im Kindergarten und Bewegungsspiele ohne Material.
Welche Herbstspiele eignen sich für den Kindergarten?
Besonders gut eignen sich Spiele, die mit einfachen Naturmaterialien funktionieren und mehrere Kinder gleichzeitig beteiligen. Blätter können zu Laufwegen, Sortiermaterial oder Geräuschquellen werden, Kastanien zu Zählsteinen und Zielobjekten. Wind eignet sich für Beobachtungs- und Bewegungsspiele, Regen für Wahrnehmung, Rhythmus und kleine Experimente.
Entscheidend ist nicht, möglichst viele Materialien vorzubereiten. Besser ist eine klare Spielidee mit wenigen Regeln. Gerade im Herbst ändern sich Wetter und Umgebung schnell. Deshalb lohnt es sich, für jede Aktivität eine einfache Indoor-Variante im Kopf zu haben.
Was braucht man für Herbstspiele in der Kita?
Für die meisten Ideen reichen Körbe, Tücher, Kreide, Becher, Papier, Stifte und das, was draußen gesammelt wird. Naturmaterialien sollten vorher kurz kontrolliert werden. Bei Kastanien, Eicheln und kleinen Teilen ist bei jüngeren Kindern eine enge Begleitung sinnvoll. Nasse Blätter können rutschig sein; Laufspiele sollten deshalb auf einem sicheren Untergrund stattfinden.
Herbstspiele mit Blättern
1. Blätter-Farbenlauf
Lege vier bis sechs große Blätter in unterschiedlichen Farben oder Farbfeldern auf dem Boden aus. Die Kinder bewegen sich frei. Auf ein Signal nennst du eine Farbe, und alle suchen möglichst schnell ein passendes Blatt. Statt Tempo kann auch genaues Schauen im Mittelpunkt stehen: Welches Blatt ist wirklich gelb, welches schon braun, welches noch grün?
2. Der raschelnde Weg
Aus trockenem Laub entsteht ein kurzer Weg. Ein Kind schließt die Augen oder schaut weg, während ein anderes langsam hindurchgeht. Kann es hören, aus welcher Richtung das Rascheln kommt? Das Spiel lässt sich mit Wahrnehmungsspielen verbinden und eignet sich besonders für kleine Gruppen.
3. Blätterstaffel ohne Gewinner
Zwei Körbe stehen einige Meter auseinander. Die Gruppe soll gemeinsam alle Blätter von einem Korb in den anderen bringen. Pro Lauf darf jedes Kind nur ein Blatt transportieren. Das Ziel lautet nicht „Wer ist zuerst fertig?“, sondern: Schaffen wir es gemeinsam, bevor das vereinbarte Lied endet?
4. Blatt auf Reisen
Jedes Kind legt ein trockenes Blatt auf Handrücken, Schulter oder Kopf und versucht, eine kurze Strecke zu gehen. Fällt das Blatt herunter, wird neu gestartet. Für ältere Kinder kommen Kurven, rückwärts gehen oder ein kleiner Slalom dazu. So entstehen Balance und Körperkontrolle ganz nebenbei.
5. Blätter-Memory aus der Natur
Sammelt jeweils zwei möglichst ähnliche Blätter. Alle Blätter liegen mit der Unterseite nach oben. Die Kinder decken reihum zwei auf und suchen Paare. Für jüngere Kinder reichen vier bis sechs Paare; Vorschulkinder können zusätzlich Baumart, Form oder Farbe beschreiben.
6. Der Blättersturm
Ein großes Tuch wird von mehreren Kindern gehalten. Darauf liegen trockene Blätter. Erst bewegt sich nur eine leichte Brise, dann kommt stärkerer Wind, schließlich der Herbststurm. Die Kinder steuern gemeinsam, wie hoch die Blätter fliegen, und lernen dabei, Bewegungen miteinander abzustimmen.
7. Blattdetektive
Gib Suchaufträge: Finde ein Blatt, das größer als deine Hand ist. Finde eines mit drei Farben. Finde ein besonders kleines, gezacktes oder rundes Blatt. Danach werden die Funde im Kreis gezeigt. Das verbindet Naturbeobachtung mit Wortschatz und Vergleichen.
8. Blätterbilder im Team
Kleine Gruppen legen aus Blättern ein Tier, ein Gesicht, eine Sonne oder ein Fantasiewesen auf den Boden. Anschließend erzählt jede Gruppe, was entstanden ist. Fotografiert man die Bilder, können sie später im Gruppenraum als Ausgangspunkt für Erzählspiele dienen.
Herbstspiele mit Kastanien
9. Kastanien-Zielwurf
Stelle unterschiedlich große Schüsseln oder Reifen in verschiedenen Entfernungen auf. Die Kinder werfen Kastanien hinein. Statt Punkte zu zählen, können Aufgaben gelten: „Triff zweimal die große Schüssel“ oder „Schafft die Gruppe gemeinsam zehn Treffer?“ So bleibt der Charakter kooperativ.
10. Kastanienstraße
Aus Kastanien entsteht auf dem Boden eine lange Straße mit Kurven, Kreuzungen und Kreisverkehr. Ein kleiner Gegenstand oder ein Finger wandert die Strecke entlang. Kinder können gemeinsam planen, weiterbauen und erklären, wohin ihre Straße führt.
11. Kastanien fühlen
In einem Stoffbeutel liegen Kastanien, Zapfen, glatte Steine und große Blätter. Ein Kind ertastet einen Gegenstand und beschreibt ihn, bevor es rät. Wörter wie glatt, rau, rund, hart, weich, spitz oder leicht werden dadurch unmittelbar verständlich.
12. Kastanien zählen und verteilen
Lege Karten mit Punkten oder Zahlen von eins bis zehn aus. Die Kinder ordnen jeder Karte die passende Zahl Kastanien zu. In einer spielerischen Variante „füttert“ jedes Kind ein gezeichnetes Eichhörnchen mit genau der verlangten Menge. Weitere spielerische Zahlideen gibt es unter Zahlen lernen leicht gemacht.
13. Kastanien-Boccia
Eine auffällig markierte Kastanie ist das Ziel. Die Kinder rollen nacheinander ihre Kastanien möglichst nahe heran. Auf glattem Boden funktioniert das drinnen besonders gut. Wichtig: rollen statt werfen. So wird aus einem Naturmaterial ein ruhiges Geschicklichkeitsspiel.
14. Kastanienmuster
Beginne eine Folge aus Kastanie, Blatt, Kastanie, Blatt. Die Kinder setzen sie fort. Später werden Muster schwieriger: zwei Kastanien, ein Blatt, ein Zapfen. Vorschulkinder können eigene Folgen legen, die andere entschlüsseln und weiterführen.
Herbstspiele mit Wind
15. Woher kommt der Wind?
Jedes Kind hält ein leichtes Band, ein Stück Krepppapier oder ein trockenes Blatt hoch. Gemeinsam wird beobachtet, in welche Richtung es sich bewegt. Die Kinder drehen sich, vergleichen verschiedene Plätze und suchen Ecken, an denen der Wind besonders gut zu spüren ist.
16. Wind-Fangen
Die Kinder laufen mit leichten Tüchern über eine freie Fläche. Aufgabe ist, das Tuch möglichst lange hinter sich „fliegen“ zu lassen. Danach wird ausprobiert: Was verändert sich, wenn man langsam geht, schnell läuft oder stehen bleibt?
17. Feder gegen Blatt
Eine Feder und ein trockenes Blatt starten gleichzeitig aus gleicher Höhe. Was landet zuerst? Die Kinder geben vorher Tipps ab und beobachten. Danach dürfen weitere leichte Gegenstände getestet werden. Das ist ein einfaches Experiment, das ohne komplizierte Erklärung auskommt.
18. Herbstwind-Bewegungsgeschichte
Du erzählst vom leichten Wind, vom stärkeren Herbstwind und vom Sturm. Die Kinder bewegen sich passend: langsam schwanken, schneller drehen, in die Hocke gehen, über den Boden „wirbeln“. Bewegung und Sprache greifen dabei direkt ineinander.
19. Pustewettlauf mit Blättern
Auf einem Tisch oder glatten Boden liegen trockene kleine Blätter. Die Kinder pusten sie bis zu einer Ziellinie. Für die Gruppe ist eine gemeinsame Aufgabe oft lustiger: Könnt ihr fünf Blätter nacheinander durch ein aus Bauklötzen gebautes Tor pusten?
20. Windgeräusche-Orchester
Die Gruppe erzeugt Wind nur mit Körper und Stimme: leises Reiben der Hände, Fingerschnipsen, Pusten, Klatschen und Stampfen. Ein Kind dirigiert laut und leise. Diese Idee passt auch zu Sprachspielen im Morgenkreis.

Herbstspiele mit Regen und Pfützen
21. Regentropfen-Rhythmus
Die Gruppe sitzt im Kreis. Zuerst tippen alle ganz leise mit einem Finger auf den Boden, dann mit zwei Fingern, schließlich mit beiden Händen. Aus Nieselregen wird Starkregen und danach wieder Stille. Ein Kind darf den Wetterwechsel dirigieren.
22. Pfützen-Slalom
Draußen werden echte Pfützen nicht übersprungen, sondern als Hindernisse genutzt: außen herum, dazwischen durch, auf einer gedachten Linie vorbei. Wenn passende Kleidung vorhanden ist, kann eine einzelne sichere Pfütze natürlich auch bewusst zum Springen gehören.
23. Tropfen beobachten
Nach dem Regen suchen die Kinder Tropfen an Blättern, Zäunen und Fenstern. Welche sind groß, welche klein? Wo rollen sie ab? Mit Lupen wird daraus ein ruhiges Wahrnehmungsspiel, das besonders nach aktiven Phasen gut funktioniert.
24. Regen-Geräusche raten
Erzeuge hinter einem Tuch verschiedene Geräusche: Finger auf Papier, Reis in einer Dose, Wassertröpfchen in einer Schüssel, leises Trommeln. Die Kinder raten, welches Geräusch am ehesten nach Nieselregen, Schauer oder Gewitter klingt.
25. Wetter-Pantomime
Ein Kind stellt ohne Worte ein Herbstwetter dar: Wind, Regen, Nebel, Sonne oder Sturm. Die anderen raten. Für jüngere Kinder kann die pädagogische Fachkraft zunächst vormachen; ältere Kinder erfinden eigene Wetterlagen.
Herbstspiele für drinnen
26. Das verschwundene Herbststück
Auf einem Tuch liegen fünf Naturmaterialien. Alle schauen genau hin, schließen die Augen, und ein Gegenstand wird entfernt. Wer erkennt, was fehlt? Die Menge lässt sich leicht an Alter und Konzentrationsdauer anpassen.
27. Herbst-Sortierwerkstatt
Blätter, Kastanien, Zapfen und Steine werden nach selbst gewählten Kriterien sortiert. Nicht nur „gleich zu gleich“ ist erlaubt. Ein Kind kann beispielsweise alles Braune, alles Runde oder alles Raue zusammenlegen und erklären, warum.
28. Eichhörnchen versteckt Vorräte
Einige Kastanien werden gut sichtbar im Raum versteckt. Die Kinder sind Eichhörnchen und sammeln sie in einen gemeinsamen Korb. Danach wird überprüft, ob wirklich alle gefunden wurden. Bei älteren Kindern helfen kleine Lagehinweise wie „unter“, „neben“ und „hinter“.
29. Herbstgeschichte mit Geräuschen
Du erzählst eine kurze Geschichte von einem Spaziergang. Bei „Blätter“ rascheln die Kinder mit Papier, bei „Wind“ pusten sie, bei „Regen“ trommeln sie mit Fingern. Wiederkehrende Begriffe sorgen dafür, dass alle aufmerksam zuhören und im richtigen Moment reagieren.
30. Das Herbstmuseum
Jedes Kind wählt einen Fund aus und legt ihn auf einen Ausstellungstisch. Dazu sagt es einen Satz: „Ich habe dieses Blatt gewählt, weil …“ oder „Meine Kastanie fühlt sich … an.“ So entsteht aus Sammeln, Sprache und Wertschätzung eine ruhige Abschlussaktivität.
Wie lassen sich Herbstspiele an das Alter anpassen?
Bei Dreijährigen sollten Regeln kurz sein und möglichst vorgemacht werden. Ein Auftrag wie „Finde ein gelbes Blatt“ reicht völlig. Vier- und Fünfjährige können zwei Merkmale verbinden, beispielsweise „Finde ein kleines rotes Blatt“. Vorschulkinder dürfen zählen, Reihen bilden, eigene Regeln formulieren oder eine Gruppe anleiten.
Auch die Dauer ist entscheidend. Ein gelungenes Fünf-Minuten-Spiel muss nicht künstlich auf zwanzig Minuten verlängert werden. Wenn die Kinder noch Interesse zeigen, kann eine zweite Runde mit einer kleinen Variation folgen. Wenn die Aufmerksamkeit sinkt, ist ein klarer Abschluss besser.
Wie werden Herbstspiele im Kita-Alltag unkompliziert?
Plane nicht jede Idee als eigenes Angebot. Viele Spiele können aus Alltagssituationen entstehen. Beim Weg nach draußen werden drei besondere Blätter gesucht. Vor dem Mittagessen gibt es zwei Minuten Regentropfen-Rhythmus. Im Morgenkreis wandert eine Kastanie herum und jedes Kind nennt ein Herbstwort. Dadurch bleibt das Thema präsent, ohne den Tagesablauf zu überladen.
Für längere Einheiten hilft eine einfache Mischung: zuerst Bewegung, danach Wahrnehmung oder Sprache und zum Schluss etwas Ruhiges. Ein Beispiel wäre Blätter-Farbenlauf, anschließend Blattdetektive und danach das Herbstmuseum. So wechseln Aktivität und Konzentration natürlich miteinander ab.
Häufige Fragen zu Herbstspielen im Kindergarten
Welche Herbstspiele funktionieren ohne Vorbereitung?
Blattdetektive, Wetter-Pantomime, Wind-Fangen, Regentropfen-Rhythmus und das Herbstmuseum brauchen kaum Vorbereitung. Oft genügt das, was die Kinder draußen finden.
Welche Herbstspiele eignen sich für den Morgenkreis?
Gut passen Regentropfen-Rhythmus, Windgeräusche-Orchester, Herbstgeschichte mit Geräuschen und kleine Fühlspiele. Weitere Ideen liefert der Morgenkreisspiele-Finder.
Kann man Herbstspiele auch bei schlechtem Wetter durchführen?
Ja. Viele Naturmaterialien lassen sich vorher sammeln und drinnen nutzen. Sortierspiele, Memory, Kastanien-Boccia, Bewegungsgeschichten und Geräuschspiele funktionieren im Gruppenraum besonders gut.
Was fördert Spielen mit Naturmaterialien?
Je nach Spiel werden Fein- und Grobmotorik, Wahrnehmung, Wortschatz, mathematische Grundideen, Kreativität, Konzentration und Kooperation angesprochen. Der größte Vorteil liegt darin, dass mehrere Bereiche in einer natürlichen Spielsituation zusammenkommen.
Was ist bei Kastanien mit kleinen Kindern zu beachten?
Kastanien und andere kleine Naturmaterialien gehören bei jüngeren Kindern nur unter Aufsicht ins Spiel. Sie sollten sauber, unbeschädigt und für Kinder, die Dinge noch häufig in den Mund nehmen, nicht frei zugänglich sein.
Der Herbst muss also nicht mit aufwendig vorbereiteten Bastelprojekten gefüllt werden. Ein Korb, ein paar Naturmaterialien und eine klare Idee reichen oft schon aus. Wer die Kinder beobachten lässt, ihre Vorschläge aufgreift und Bewegung mit ruhigen Phasen abwechselt, bekommt aus derselben Handvoll Blätter immer wieder neue Spiele.
Bildnachweise: Beitragsbild: Anna Khromova / Unsplash. Bild im Artikel: Annie Spratt / Unsplash.




