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Montagmorgen, zweite Stunde. Eigentlich sollte die Klasse längst bei der Sache sein. Stattdessen diskutieren zwei Kinder über einen Radiergummi, hinten wird gekichert und irgendwo fällt zum dritten Mal eine Trinkflasche um.
Jetzt wäre eine kleine gemeinsame Aufgabe gar nicht schlecht.
Nur: Der Ball liegt im Geräteraum. Karten hat niemand vorbereitet. Und zehn Minuten Bastelarbeit, bevor überhaupt gespielt werden kann, helfen gerade auch nicht weiter.
Für solche Situationen sind Kooperationsspiele ohne Material praktisch. Man kann einfach anfangen. Keine Vorbereitung, kein Aufbau und hinterher muss auch niemand 30 Gegenstände wieder einsammeln.
Noch wichtiger: Bei diesen Spielen gewinnt nicht ein Kind gegen die anderen. Die Gruppe muss miteinander reden, zuhören, ausprobieren und manchmal auch einen zweiten Versuch starten.
Und genau dabei wird es interessant.
Wenn du sofort etwas brauchst
Falls gerade keine Zeit zum Lesen ist:
- Für eine unruhige Klasse: Gemeinsam bis 20 zählen
- Für viel Bewegung: Die perfekte Reihenfolge
- Für eine neue Klasse: Drei Dinge gemeinsam
- Für eine kleine Gruppe: Der menschliche Knoten
- Für eine ruhige Phase: Gemeinsam klatschen
- Für Klasse 1 und 2: Aufstehen, wenn …
- Für Klasse 3 und 4: Der Gruppen-Roboter
- Wenn die Kinder lernen sollen zuzuhören: Gemeinsam zehn Sekunden
Wer lieber direkt aus einer größeren Auswahl sucht, findet im Kooperationsspiele-Finder viele weitere Ideen, die sich nach Alter, Gruppengröße, Dauer und Förderziel filtern lassen.
1. Gemeinsam bis 20 zählen
Geeignet für: Klasse 1 bis 4
Kinder: etwa 6 bis 30
Dauer: 3–10 Minuten
Platz: fast überall
Lautstärke: ruhig
Die Aufgabe klingt lächerlich einfach: Die Gruppe soll gemeinsam von 1 bis 20 zählen.
Es gibt aber eine Regel: Niemand weiß vorher, wer die nächste Zahl sagen darf.
Ein Kind beginnt mit „eins“. Irgendjemand sagt „zwei“, danach ein anderes Kind „drei“. Sprechen zwei Kinder gleichzeitig, beginnt die Gruppe wieder bei eins.
Mehr Regeln braucht es eigentlich nicht. Und trotzdem dauert es bei vielen Gruppen erstaunlich lange.
Am Anfang wird oft wild drauflosgezählt. Einige Kinder versuchen möglichst schnell zu sein, andere halten sich komplett zurück. Irgendwann merkt die Gruppe aber, dass sie aufeinander achten muss.
Genau dann wird das Spiel spannend.
Für eine erste Klasse würde ich zunächst nur bis 10 zählen lassen. Bei älteren Kindern darf es auch bis 30 gehen.
Eine schöne Variante: Alle schließen die Augen. Dann wird aus einer einfachen Zählaufgabe plötzlich eine echte Hörübung.

2. Die perfekte Reihenfolge
Geeignet für: Klasse 2 bis 4
Kinder: 8–30
Dauer: 5–10 Minuten
Platz: Klassenraum oder Flur
Lautstärke: mittel
Die Kinder sollen sich in einer bestimmten Reihenfolge aufstellen. Zum Beispiel nach Körpergröße, Geburtsmonat, Anfangsbuchstaben des Vornamens, Anzahl der Geschwister oder Länge des Schulwegs.
Der einfache Teil: Die Aufgabe schaffen.
Der schwierigere Teil: Niemand darf sprechen.
Plötzlich reichen Zurufe wie „Du musst dahin!“ nicht mehr. Die Kinder zeigen, vergleichen, deuten und versuchen gemeinsam herauszufinden, wo jeder hingehört.
Gerade bei größeren Klassen ist es sinnvoll, mit einer einfachen Variante zu beginnen, zum Beispiel der Körpergröße. Wenn das klappt, kann man die Aufgabe schwieriger machen.
Eine Reihenfolge nach Geburtstag – also von Januar bis Dezember – ist schon deutlich anspruchsvoller.
3. Gemeinsam aufstehen
Geeignet für: Klasse 1 bis 4
Kinder: zunächst 2, später größere Gruppen
Dauer: 5 Minuten
Platz: etwas freie Fläche
Lautstärke: mittel
Zwei Kinder sitzen Rücken an Rücken auf dem Boden und haken ihre Arme ineinander. Nun sollen sie gemeinsam aufstehen.
Das funktioniert meistens nicht beim ersten Versuch. Und genau deshalb ist das Spiel gut.
Denn Kraft allein hilft wenig. Beide müssen ungefähr gleichzeitig drücken, das Gewicht verlagern und aufeinander reagieren.
Wenn zwei Kinder es geschafft haben, kommen drei oder vier Kinder zusammen.
Je größer die Gruppe wird, desto schwieriger wird es. Bei jüngeren Kindern würde ich allerdings nicht sofort zehn Kinder miteinander verknoten. Kleine Gruppen funktionieren hier deutlich besser.
4. Gemeinsam klatschen
Geeignet für: Klasse 1 bis 4
Kinder: beliebig
Dauer: 3–5 Minuten
Platz: Klassenraum
Lautstärke: ruhig bis mittel
Alle sitzen oder stehen im Kreis.
Die Aufgabe: Die ganze Gruppe soll genau einmal gleichzeitig klatschen.
Niemand gibt ein Startsignal. Niemand zählt herunter. Es darf auch niemand sagen: „Jetzt!“
Am Anfang hört man meistens mehrere einzelne Klatscher. Dann wird es ruhiger. Die Kinder schauen sich an. Einige warten.
Irgendwann entsteht dieser eine Moment, in dem fast die ganze Gruppe gleichzeitig klatscht.
Bei älteren Kindern kann man anschließend versuchen, zwei oder drei gemeinsame Klatscher mit mehreren Sekunden Abstand hinzubekommen.
Das Spiel dauert kaum fünf Minuten und funktioniert deshalb gut als kurzer Übergang zwischen zwei Unterrichtsphasen.
5. Aufstehen, wenn …
Geeignet für: besonders Klasse 1 und 2
Kinder: 10–30
Dauer: 5–10 Minuten
Platz: Klassenraum
Lautstärke: eher ruhig
Alle Kinder sitzen. Dann kommen Aussagen wie:
„Steh auf, wenn du ein Haustier hast.“
„Steh auf, wenn du gerne Pizza isst.“
„Steh auf, wenn du einen Bruder oder eine Schwester hast.“
„Steh auf, wenn du heute schon gelacht hast.“
Nach jeder Runde schauen die Kinder kurz, wer ebenfalls steht.
Das ist zunächst noch kein richtiges Kooperationsspiel. Interessant wird es mit einer Zusatzaufgabe:
Die Klasse soll eine Aussage finden, bei der am Ende alle Kinder stehen.
Jetzt müssen Gemeinsamkeiten gesucht werden. Vielleicht: „Wir gehen alle in diese Klasse.“ Oder: „Wir haben heute Schuhe an.“
Gerade bei neu zusammengesetzten Klassen ist das eine einfache Möglichkeit zu zeigen, dass es trotz vieler Unterschiede immer Gemeinsamkeiten gibt.
6. Der menschliche Knoten
Geeignet für: Klasse 3 und 4
Kinder: etwa 6–10 pro Gruppe
Dauer: 10 Minuten
Platz: freie Fläche
Lautstärke: mittel
Die Kinder stellen sich eng in einem Kreis auf. Jeder streckt beide Hände in die Mitte und greift zwei andere Hände – möglichst nicht die Hände des direkten Nachbarn.
Nun ist die Gruppe ziemlich verknotet.
Die Aufgabe: Den Knoten lösen, ohne die Hände loszulassen.
Dabei darf man sich drehen, unter Armen hindurchsteigen oder über eine Verbindung steigen.
Manchmal entsteht am Ende wieder ein Kreis. Manchmal zwei kleine Kreise. Und manchmal stellt die Gruppe fest, dass sie sich so geschickt verknotet hat, dass ein Neustart die bessere Lösung ist.
Das gehört dazu.
Wichtig ist nur, vorher klarzumachen: Niemand zieht an Armen oder Händen. Sobald etwas unangenehm wird, wird losgelassen.
7. Geräusche weitergeben
Geeignet für: Klasse 1 bis 4
Kinder: 8–30
Dauer: etwa 5 Minuten
Platz: Kreis
Lautstärke: je nach Gruppe
Ein Kind macht ein kurzes Geräusch. Zum Beispiel: „Pff.“
Das nächste Kind wiederholt dieses Geräusch und fügt ein weiteres hinzu. Das dritte Kind wiederholt beide Geräusche und ergänzt ein drittes.
So entsteht nach und nach eine Geräuschkette.
Bei einer großen Klasse würde ich allerdings nicht versuchen, eine Kette mit 28 verschiedenen Geräuschen aufzubauen. Das endet meist eher im Chaos.
Besser funktionieren kleine Gruppen oder Ketten mit höchstens sechs bis acht Geräuschen.
Eine andere Variante: Ein Geräusch wandert einmal durch den Kreis und soll möglichst unverändert beim ersten Kind ankommen.
Das klingt einfacher, als es ist.

8. Die unsichtbare Linie
Geeignet für: Klasse 2 bis 4
Kinder: 8–30
Dauer: 5–10 Minuten
Platz: Klassenraum mit etwas Bewegungsfläche
Lautstärke: mittel
Man stellt sich eine Linie durch den Raum vor. Die Kinder sollen sich entlang dieser Linie sortieren.
Zum Beispiel von „Ich stehe morgens sofort auf“ bis „Ohne drei Erinnerungen bewege ich mich keinen Zentimeter“.
Oder von „Ich lese sehr gerne“ bis „Lesen gehört nicht gerade zu meinen Lieblingsbeschäftigungen“.
Das Spannende ist nicht nur die Aufstellung. Danach kann die Gruppe schauen: Wo stehen viele Kinder? Wo stehen wenige? Bei welchen Aussagen sind wir uns ähnlich?
Das Spiel sollte natürlich nicht mit Fragen gespielt werden, die einzelne Kinder bloßstellen könnten. Bei harmlosen Alltagsthemen funktioniert es dagegen sehr gut.
9. Einer beginnt – alle machen mit
Geeignet für: Klasse 1 bis 3
Kinder: beliebig
Dauer: 3–5 Minuten
Platz: überall
Lautstärke: ruhig
Ein Kind beginnt mit einer kleinen Bewegung. Zum Beispiel mit dem Fuß wippen.
Die anderen Kinder beobachten. Sobald jemand merkt, was passiert, macht er die Bewegung ebenfalls.
Nach und nach übernimmt die ganze Gruppe die Bewegung. Dann hört das erste Kind auf und beginnt etwas Neues: mit den Fingern trommeln, den Kopf leicht bewegen, die Hände reiben oder mit den Schultern zucken.
Niemand erklärt etwas. Die Aufgabe besteht darin, die Gruppe genau zu beobachten.
Das ist besonders angenehm, wenn die Klasse gerade eher herunterkommen soll.
10. Gemeinsam zehn Sekunden
Geeignet für: Klasse 1 bis 4
Kinder: beliebig
Dauer: wenige Minuten
Platz: überall
Lautstärke: ruhig
Alle schließen die Augen. Die Lehrkraft sagt: „Start.“
Nun versucht jedes Kind einzuschätzen, wann zehn Sekunden vergangen sind. Aber niemand öffnet nach zehn Sekunden einfach die Augen.
Die Gruppe soll möglichst gemeinsam entscheiden, wann die Zeit vorbei ist.
Das funktioniert zum Beispiel so: Wer glaubt, dass zehn Sekunden vorbei sind, hebt langsam einen Finger. Kinder, die das bemerken, können ebenfalls reagieren.
Die Klasse versucht so, ohne Worte zu einem gemeinsamen Zeitpunkt zu kommen.
Bei älteren Kindern können daraus 20 oder 30 Sekunden werden.
11. Die gemeinsame Bewegung
Geeignet für: Klasse 1 bis 4
Kinder: 6–30
Dauer: etwa 5 Minuten
Platz: Kreis oder freie Fläche
Lautstärke: ruhig
Alle stehen im Kreis. Niemand ist Spielleiter.
Die Gruppe soll anfangen, sich zu bewegen – aber möglichst gemeinsam.
Vielleicht gehen irgendwann alle langsam in die Hocke. Vielleicht heben sich die Arme. Vielleicht dreht sich die Gruppe.
Es gibt keine Vorgabe.
Die einzige Aufgabe lautet: Versucht, als Gruppe dieselbe Bewegung entstehen zu lassen, ohne dass jemand sie ansagt.
Das ist anfangs ziemlich ungewohnt. Gerade Kinder, die gerne sofort die Führung übernehmen, müssen lernen, nicht jede Bewegung vorzugeben.
Andere Kinder wiederum merken, dass ihre kleinen Signale von der Gruppe wahrgenommen werden.
12. Von einer Seite zur anderen
Geeignet für: Klasse 1 bis 4
Kinder: 10–30
Dauer: 5–10 Minuten
Platz: etwas Bewegungsfläche
Lautstärke: mittel
Alle Kinder stehen auf einer Seite des Raumes. Die Aufgabe lautet: Die ganze Gruppe soll auf die andere Seite gelangen.
Allerdings gibt es unterwegs kleine Regeln. Zum Beispiel: Alle bleiben miteinander verbunden. Niemand darf allein gehen. Die Gruppe muss unterwegs zweimal komplett stehen bleiben. Niemand darf sprechen. Oder alle müssen gleichzeitig die andere Seite erreichen.
Bei jüngeren Kindern kann daraus schnell ein Fluss, ein gefährlicher Sumpf oder eine Expedition werden. Das verändert an der Aufgabe nichts, macht sie aber oft sofort interessanter.
13. Der Gruppen-Roboter
Geeignet für: Klasse 2 bis 4
Kinder: kleine Gruppen mit 4–6 Kindern
Dauer: 10 Minuten
Platz: etwas Bewegungsfläche
Lautstärke: mittel
Jede Gruppe soll gemeinsam einen Roboter darstellen. Aber nicht einfach nebeneinanderstehen. Alle Kinder müssen Teil einer großen Maschine sein.
Ein Kind bewegt vielleicht regelmäßig den Arm. Ein anderes macht dazu ein Geräusch. Ein drittes bewegt sich passend dazu.
Nach und nach entsteht eine kleine Maschine.
Das Ziel ist nicht, besonders lustig oder spektakulär zu sein. Interessanter ist die Frage: Wie können alle Bewegungen miteinander zusammenhängen?
Nach einer kurzen Vorbereitungszeit zeigen sich die Gruppen gegenseitig ihre Maschinen.
Das funktioniert übrigens auch mit anderen Aufgaben: „Baut gemeinsam eine Waschmaschine.“ „Stellt eine riesige Uhr dar.“ Oder: „Baut eine Maschine, die Hausaufgaben verschwinden lässt.“
Bei der letzten Variante werden erfahrungsgemäß ziemlich kreative Lösungen gefunden.
14. Drei Dinge gemeinsam
Geeignet für: Klasse 2 bis 4
Kinder: Partner oder kleine Gruppen
Dauer: 5–10 Minuten
Platz: Klassenraum
Lautstärke: mittel
Zwei oder drei Kinder bekommen eine einfache Aufgabe: „Findet drei Dinge, die ihr gemeinsam habt.“
Aber: „Wir sind Kinder“, „Wir gehen in dieselbe Klasse“ und „Wir haben Haare“ zählen nicht.
Die Gemeinsamkeiten sollen etwas persönlicher sein. Vielleicht mögen alle Erdbeereis. Vielleicht fahren alle gerne Fahrrad. Vielleicht haben alle schon einmal im Zelt geschlafen.
Danach werden die Gruppen neu gemischt.
Gerade Kinder, die normalerweise wenig miteinander zu tun haben, entdecken dabei manchmal überraschende Verbindungen.
15. Die Geschichte gehört uns allen
Geeignet für: Klasse 2 bis 4
Kinder: beliebig
Dauer: 10 Minuten
Platz: Sitzkreis oder Klassenraum
Lautstärke: ruhig
Ein Kind beginnt eine Geschichte mit einem Satz.
Zum Beispiel: „Als wir heute Morgen die Klassentür öffneten, stand mitten im Raum ein Pinguin.“
Das nächste Kind ergänzt genau einen Satz. Dann das nächste.
Niemand darf die Geschichte allein übernehmen. Niemand weiß vorher, wohin sie führt.
Und plötzlich wird aus dem Pinguin vielleicht ein Detektiv, der seinen verschwundenen Rucksack sucht. Oder ein Austauschschüler aus der Antarktis. Oder der neue Hausmeister.
Gerade Kindern, die gerne besonders lange erzählen, hilft die Ein-Satz-Regel. Denn nach einem Satz ist wirklich Schluss.
Die Geschichte gehört nicht einem Kind. Sie gehört der Gruppe.
Was bei solchen Spielen schnell schiefgeht
Kooperationsspiele sind nicht automatisch harmonisch.
Manchmal passiert sogar genau das Gegenteil.
Ein Kind übernimmt sofort das Kommando. Ein anderes zieht sich zurück. Drei Kinder lösen die Aufgabe und der Rest schaut zu.
Das bedeutet nicht, dass das Spiel schlecht war. Es zeigt nur ziemlich deutlich, wie die Gruppe gerade zusammenarbeitet.
Bei vielen Spielen hilft deshalb eine kurze Frage hinterher. Nicht zehn Minuten Reflexionsrunde. Oft reichen zwei Minuten.
- Was hat gut funktioniert?
- Was war schwierig?
- Hat jeder etwas beitragen können?
- Was würden wir beim zweiten Versuch anders machen?
Mehr braucht es häufig gar nicht.
Nicht jedes Spiel passt zu jeder Situation
Wenn zwei Kinder gerade ernsthaft miteinander streiten, ist „Jetzt macht ihr gemeinsam ein lustiges Teamspiel“ nicht automatisch die beste Lösung.
Auch eine völlig überdrehte Klasse wird durch ein wildes Bewegungsspiel möglicherweise nicht ruhiger.
Deshalb lohnt sich eine einfache Frage: Was braucht die Gruppe gerade?
Mehr Bewegung? Dann darf das Spiel körperlicher sein.
Mehr Ruhe? Dann funktionieren gemeinsames Zählen, Klatschen oder stille Reihenfolgen besser.
Mehr Kontakt untereinander? Dann sind kleine Aufgaben sinnvoll, bei denen Kinder neue Gemeinsamkeiten entdecken.
Und manchmal braucht die Klasse überhaupt kein Spiel. Auch das darf sein.
Für Klasse 1 lieber einfacher anfangen
Erstklässler brauchen nicht unbedingt weniger spannende Aufgaben. Aber die Regeln sollten schneller verständlich sein.
Gut funktionieren gemeinsames Klatschen, Zählen bis 10, „Aufstehen, wenn …“, einfache Reihenfolgen und gemeinsame Bewegungen.
Bei komplizierten Aufgaben geht sonst mehr Zeit für die Erklärung drauf als für das eigentliche Spiel.
Und wenn nach drei Minuten noch fünf Kinder fragen, was sie eigentlich machen sollen, war die Aufgabe wahrscheinlich einfach zu kompliziert.
Klasse 3 und 4 darf man ruhig etwas zutrauen
Ältere Grundschulkinder können deutlich komplexere Gruppenprobleme lösen.
Da darf eine Aufgabe auch einmal scheitern.
Der menschliche Knoten muss nicht sofort funktionieren. Eine Reihenfolge ohne Sprache darf mehrere Versuche brauchen. Und eine Gruppe darf auch feststellen: „Unsere Idee war schlecht. Wir machen es noch einmal anders.“
Genau darin steckt ein wichtiger Teil solcher Spiele.
Kooperation bedeutet schließlich nicht, dass immer sofort alles klappt. Es bedeutet auch, gemeinsam herauszufinden, warum etwas gerade nicht klappt.
Wer das Thema gezielt weiterführen möchte, findet auch bei den Spielen und Übungen zur Sozialkompetenz in der Grundschule passende Anschlussideen.
Ein letzter Tipp: Nicht jedes Spiel totreden
Manchmal war ein Spiel einfach schön.
Die Kinder haben gelacht, gemeinsam eine Aufgabe gelöst und danach kann es weitergehen.
Dann braucht es nicht zwingend noch eine pädagogische Auswertung mit fünf Fragen.
Bei anderen Spielen dagegen passiert etwas Interessantes: Ein Kind, das sonst kaum etwas sagt, findet plötzlich die Lösung. Zwei Kinder, die selten miteinander arbeiten, helfen sich gegenseitig. Oder die Klasse merkt selbst, dass ständiges Dazwischenrufen die Aufgabe unmöglich macht.
Dann lohnt es sich, genau diesen Moment kurz aufzugreifen.
Nicht mehr.
Ein gutes Kooperationsspiel muss nicht groß angekündigt werden. Manchmal reichen fünf Minuten, ein bisschen Platz und eine Aufgabe, die niemand allein lösen kann.


