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Rund um St. Martin gibt es im Kindergarten viele bekannte Rituale: Laternen, Lichter, gemeinsames Singen und die Geschichte vom Teilen. Neben Basteln und Laternenumzug eignen sich auch kleine Spiele, um die Themen Licht, Dunkelheit, Helfen und Miteinander kindgerecht aufzugreifen.
Die folgenden 20 St.-Martin-Spiele brauchen wenig Material und lassen sich im Morgenkreis, Gruppenraum oder in der Turnhalle einsetzen. Sie konzentrieren sich nicht auf Wettbewerb, sondern auf gemeinsames Erleben. Für zusätzliche jahreszeitliche Ideen passen unsere Herbstspiele im Kindergarten und Fingerspiele im Herbst.
Welche Spiele passen zu St. Martin im Kindergarten?
Gut passen ruhige Lichtspiele, Bewegungsideen mit Laternenmotiven, kooperative Aufgaben und Spiele zum Teilen. Echte Kerzen sind für viele Spielsituationen ungeeignet. LED-Lichter, Papierlaternen, gelbe Tücher oder Lichtkarten sind im bewegten Spiel meist die sicherere Wahl.
20 St.-Martin-Spiele für Kita und Kindergarten
1. Das wandernde Licht
Ein LED-Licht wandert im Kreis von Kind zu Kind. Wer es hält, nennt etwas, das heute schön war, oder sagt einfach den Namen des nächsten Kindes. Die Runde kann still oder mit einem kurzen gemeinsamen Satz begleitet werden.
2. Laternen-Farben
Lege farbige Papierkreise als Laternen in die Mitte. Du nennst eine Farbe, die Kinder zeigen darauf oder suchen im Raum etwas Passendes. Vorschulkinder können zusätzlich Farbkombinationen oder Muster legen.
3. Licht und Schatten
Mit einer Taschenlampe wird an einer freien Wand ein Schatten erzeugt. Hände werden zu Tieren, Bäumen oder Fantasiefiguren. Die Kinder raten, was dargestellt wird. Dabei bleibt die Taschenlampe von Gesichtern weggerichtet.
4. Wer trägt die Laterne?
Ein Kind wartet kurz draußen oder schließt die Augen. Im Kreis wird eine Papierlaterne hinter einem Rücken versteckt. Danach darf geraten werden. Statt laut zu rufen, zeigen die Kinder ihre Vermutung mit Blick oder Handzeichen.
5. Laternen-Staffel ohne Rennen
Ein leichtes Laternenmodell oder gelbes Tuch wird auf einem Löffel oder Tablett von einem Punkt zum anderen getragen. Ziel ist nicht Schnelligkeit, sondern vorsichtiges Transportieren. Die Gruppe sammelt gemeinsam erfolgreiche Wege.
6. Hell und dunkel
Bei „hell“ strecken sich alle groß und öffnen die Arme. Bei „dunkel“ gehen sie klein in die Hocke. Später kommen „Laterne“ für eine Kreisbewegung und „Stern“ für ausgestreckte Arme dazu. Das einfache Reaktionsspiel passt gut in die Turnhalle.
7. Martins Pferd
Die Kinder bewegen sich im Raum wie Pferde: langsam gehen, traben auf der Stelle, anhalten. Ein klares Stoppsignal verhindert hektisches Rennen. Für kleine Räume wird nur am Platz „getrabt“.
8. Hufschlag-Rhythmus
Mit Händen auf den Oberschenkeln entsteht ein gleichmäßiger Hufschlag. Du veränderst Tempo und Lautstärke. Ein Kind darf anschließend dirigieren. Das Spiel verbindet das Martinsmotiv mit Rhythmus und Zuhören.
9. Mantel teilen
Ein großes Tuch liegt in der Mitte. Zwei Kinder halten es gemeinsam und finden einen Weg, es möglichst gleichmäßig zu teilen – zunächst nur durch Falten, nicht durch Schneiden. Danach wird besprochen: Woran sieht man, dass beide ungefähr gleich viel haben?
10. Teilen im Kreis
Eine Schale mit gleichartigen Spielsteinen wird herumgegeben. Jedes Kind nimmt einen und gibt die Schale weiter. Die Gruppe überlegt anschließend, wie man verteilen kann, wenn nicht genug für alle da ist. Es geht um Gespräch und Ideen, nicht um eine Musterlösung.
11. Gemeinsam unter den Mantel
Ein großes Tuch wird von mehreren Kindern gehalten. Auf ein Signal versuchen alle, gemeinsam darunter Platz zu finden. Die Gruppe muss Rücksicht nehmen und langsam handeln. Bei großen Gruppen werden mehrere Tücher verwendet.
12. Lichtpunkte sammeln
Gelbe Papierkreise liegen im Raum. Die Kinder sammeln sie nicht für sich, sondern bringen sie in eine gemeinsame Mitte. Danach kann aus den Kreisen eine große Sonne, Laterne oder ein Lichtweg gelegt werden.
13. Der Lichtweg
Gelbe Tücher oder Papierkarten bilden einen Weg auf dem Boden. Die Kinder gehen langsam von Licht zu Licht. Einige Felder bekommen Zusatzaufgaben: drehen, winken, einem anderen Kind helfen oder kurz stehen bleiben.
14. Laternen-Pantomime
Begriffe wie Laterne tragen, Kerze auspusten, Pferd reiten, Mantel teilen oder durch Regen laufen werden ohne Worte dargestellt. Die Gruppe rät. Das eignet sich gut als Sprachspiel im Morgenkreis.
15. Das freundliche Wort
Ein kleines Licht wandert im Kreis. Wer es hält, sagt dem Nachbarn etwas Freundliches oder bedankt sich für eine konkrete Hilfe. Bei jüngeren Kindern kann der Satzanfang lauten: „Ich mag, wenn du …“ oder „Danke, dass du …“.
16. Helfer-Paare
Zwei Kinder bekommen gemeinsam eine Aufgabe: einen Ball auf einem Tuch transportieren, drei Bausteine tragen oder eine kleine Strecke mit verbundenen Händen gehen. Das Spiel macht sichtbar, dass manche Aufgaben gemeinsam leichter werden.

17. Sternenfunkeln
Alle Kinder sitzen oder stehen im Kreis. Ein Kind beginnt mit einer kleinen Fingerbewegung, der Nachbar übernimmt, bis das „Funkeln“ einmal herumgewandert ist. Danach kann eine zweite Bewegung in Gegenrichtung starten.
18. Leise durch die Nacht
Die Kinder bewegen sich möglichst geräuschlos durch einen festgelegten Raum. Auf ein Lichtsignal bleiben alle stehen. Das Spiel verbindet Bewegung mit bewusster Lautstärke und eignet sich gut vor einer ruhigen Phase.
19. Laternen-Geschichte mit Geräuschen
Du erzählst eine kurze Geschichte vom Laternenweg. Bei „Wind“ pusten die Kinder, bei „Regen“ tippen sie mit Fingern, bei „Pferd“ klopfen sie auf die Oberschenkel, bei „Licht“ reiben sie leise die Hände. Wiederkehrende Signale halten die Aufmerksamkeit.
20. Ein Licht für die Gruppe
Zum Abschluss steht ein LED-Licht in der Mitte. Reihum darf jedes Kind sagen, wem es heute helfen möchte oder was die Gruppe gemeinsam gut geschafft hat. Wer nichts sagen möchte, darf das Licht einfach kurz anschauen und weitergeben.
Wie kann die Geschichte von St. Martin spielerisch aufgegriffen werden?
Im Mittelpunkt der bekannten Martinsgeschichte steht das Teilen des Mantels mit einem bedürftigen Menschen. Für Kindergartenkinder muss daraus keine lange Sachstunde werden. Eine kurze Erzählung, ein Tuch als Mantel und zwei oder drei Spielsituationen reichen, um über Teilen, Helfen und Wahrnehmen anderer zu sprechen.
Rollenspiel kann helfen: Ein Kind hat zwei Tücher, ein anderes keines. Was könnte passieren? Dabei sollte kein Kind fest auf die Rolle „arm“ oder „hilfsbedürftig“ reduziert werden. Rollen werden gewechselt und als Spielsituation behandelt.
Welche St.-Martin-Spiele eignen sich für den Morgenkreis?
Das wandernde Licht, Hufschlag-Rhythmus, Laternen-Pantomime, freundliches Wort und die Geräuschgeschichte lassen sich direkt im Kreis durchführen. Für weitere kurze Formate lohnt sich ein Blick auf unsere Kreisspiele im Kindergarten.
Welche Spiele funktionieren in der Turnhalle?
Hell und dunkel, Martins Pferd, Lichtpunkte sammeln, Lichtweg und Helfer-Paare lassen sich auf größeren Flächen ausbauen. Dabei sollten Laternen nur als leichte, sichere Modelle eingesetzt werden. Offenes Licht hat in Laufspielen keinen Platz.
Wie lässt sich das Thema Teilen kindgerecht behandeln?
Teilen sollte nicht nur als moralische Aufforderung formuliert werden. Kinder können konkrete Lösungen ausprobieren: Wie teilen wir zehn Bausteine auf zwei Gruppen? Wie schaffen drei Kinder Platz auf einer Matte? Wie kann jemand mitspielen, obwohl nur zwei Reifen vorhanden sind?
Dadurch wird aus „Du musst teilen“ eine gemeinsame Denkaufgabe. Kinder entdecken, dass Teilen unterschiedliche Formen haben kann: abgeben, abwechseln, gemeinsam benutzen oder etwas so organisieren, dass mehrere beteiligt sind. Das passt auch zu unseren Ideen zur Förderung von Empathie und Mitgefühl.
Was ist bei Lichtspielen mit Kindern zu beachten?
Für Spiele eignen sich LED-Lichter und ungefährliche Papier- oder Stoffelemente. Taschenlampen werden nicht direkt in Augen gerichtet. Räume müssen nicht komplett verdunkelt werden; ein abgedunkelter Bereich reicht für Schatten- und Lichtwirkungen aus. Wege und Hindernisse müssen sichtbar bleiben.
Echte Kerzen gehören nur in klar geregelte, beaufsichtigte Situationen und nicht in bewegte Gruppenspiele. Für nahezu alle Spielideen auf dieser Seite sind sie unnötig.
Häufige Fragen zu St.-Martin-Spielen im Kindergarten
Welche St.-Martin-Spiele brauchen kein Material?
Martins Pferd, Hufschlag-Rhythmus, Hell und dunkel, Pantomime und die Geräuschgeschichte funktionieren vollständig oder fast ohne Material.
Welche Spiele eignen sich für Dreijährige?
Kurze Bewegungen wie Hell und dunkel, Hufschlag, Lichtpunkte sammeln und das wandernde Licht sind leicht verständlich. Regeln sollten vorgemacht und in wenigen Worten erklärt werden.
Was passt für Vorschulkinder?
Vorschulkinder können Helfer-Paare, Verteilaufgaben, Pantomime und kleine Gespräche über Teilen und Fairness gut übernehmen. Sie können auch eigene Varianten entwickeln.
Kann St. Martin ohne religiösen Schwerpunkt behandelt werden?
In vielen Einrichtungen wird das Fest sowohl kulturell als auch religiös unterschiedlich eingeordnet. Die Spiele auf dieser Seite konzentrieren sich auf die bekannten Motive Licht, Laternen, Teilen und Miteinander und können entsprechend dem Profil der Einrichtung eingebettet werden.
Wann sollte man mit St.-Martin-Themen beginnen?
Einige Tage bis wenige Wochen vor dem Fest reichen meist. Laternenbasteln, Lieder und Spiele können nach und nach auftauchen, statt alles in eine einzelne Themenwoche zu packen.
St. Martin bietet im Kindergarten damit weit mehr als einen Laternenumzug. Licht, Bewegung und gemeinsames Teilen lassen sich in kleine Spielsituationen übersetzen, die Kinder aktiv erleben können. Gerade einfache Rituale bleiben oft länger in Erinnerung als ein überladener Projekttag.
Bildnachweise: Beitragsbild: Daiga Ellaby / Unsplash. Bild im Artikel: Billy Kwok / Unsplash.




