Nikolaus im Kindergarten: ein 30-Minuten-Angebot über Helfen und Teilen

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Ein roter Stiefel, ein Beutel mit Tüchern und drei Körbe: Daraus wird ein Nikolausangebot zum Helfen und Teilen. Für Kinder von 3 bis 6 Jahren planst du etwa 30 Minuten ein. Eine kurze Geschichte führt zu drei Aufgaben, die die Kinder selbst ausprobieren können.

Der Stiefel darf zuerst in der Mitte stehen. „Was erkennt ihr?“ Manche Kinder erzählen sofort vom Nikolaus, andere kennen den Brauch noch nicht. Benenne den Anlass kurz und leite dann zur Geschichte über.

Nikolaus kurz erklären

Am 6. Dezember erinnern sich viele Menschen in der christlichen Tradition an den heiligen Nikolaus. In den überlieferten Geschichten hilft er Menschen in Not. Du kannst sagen: „Heute hören wir eine Geschichte darüber, wie Kinder einander helfen.“ Der folgende Text ist eine erfundene Gruppengeschichte, keine Nikolauslegende.

Wenn du den religiösen Hintergrund vertiefen möchtest, hilft die Einordnung auf katholisch.de. Wie ausführlich ihr darauf eingeht, richtet sich nach eurem Einrichtungskonzept.

Für die Runde wichtig: Helfen und Teilen lassen sich ohne die Frage „Wer war brav?“ besprechen. Ein verkleideter Gast ist für das Angebot nicht nötig. Falls ein Besuch geplant ist, kündige ihn vorher an; die Kinder dürfen Abstand halten.

Material und Ablauf

Bereite einen großen Stiefel oder ein Bild davon, drei Körbe, neun große Tücher und einen leichten Stoffbeutel vor. Für eine jüngere Gruppe genügen zwei Körbe und vier Tücher. Stellt alles auf eine gut erreichbare niedrige Fläche.

  • 5 Minuten: ankommen und den Stiefel betrachten
  • 5 Minuten: Geschichte hören
  • 12 Minuten: Aufgaben ausprobieren
  • 5 Minuten: über eine Entdeckung sprechen
  • 3 Minuten: gemeinsam aufräumen und abschließen

Eine kurze Geschichte zum Vorlesen

Der Beutel vor der Tür

Vor der Gruppentür steht ein roter Stiefel. Daneben liegt ein Beutel. „Da ist etwas!“, ruft Mira. Jonas schaut hinein. Tücher! Gelbe, rote und blaue. Aber kein Zettel verrät, was die Kinder damit machen sollen.

Sie stellen drei Körbe auf den Tisch. Jonas legt die Tücher in den ersten Korb, bis er voll ist. „Und was kommt hier hinein?“, fragt Mira und zeigt auf die beiden leeren. Jonas schaut von einem zum anderen. „Stimmt. So können wir nicht an allen Plätzen spielen.“

Mira holt die Tücher wieder heraus. Die Kinder verteilen sie neu. Ein Tuch hier, eines dort und eines im dritten Korb. Noch eine Runde. Bald liegt in jedem Korb ein Bündel.

Jetzt soll der Beutel in die Spielecke. Jonas hebt ihn an. Ein Tuch hängt über dem Rand und rutscht herunter. Er setzt den Beutel wieder ab. „Kannst du die andere Seite nehmen?“ Mira greift zu. „Aber warte noch. Eins, zwei, drei!“ Gemeinsam tragen sie ihn zur Ecke.

Dort steht ein Kind und schaut zu. „Möchtest du ein Tuch?“, fragt Mira. Das Kind nickt. Jonas rückt den Korb näher, und schon beginnt ein neues Spiel.

Später zeigt die Fachkraft auf den Stiefel. „Was haben wir heute gefunden?“ „Tücher“, sagt Jonas. Mira ergänzt: „Und wie wir sie an alle Plätze bekommen!“

Halte nach den leeren Körben kurz inne: „Was könnten die Kinder tun?“ Vor dem Tragen kannst du fragen: „Wie fangen beide gleichzeitig an?“ Lass die Gruppe ihre Ideen zeigen.

Drei Aufgaben zum Ausprobieren

1. Alle Körbe bekommen etwas

Lege die Tücher neben die Körbe. Der Auftrag: „An jedem Platz soll man mit Tüchern spielen können.“ Zwei oder drei Kinder beginnen. Die anderen schauen, ob ein Korb leer bleibt. Danach wechselt ihr, damit jedes interessierte Kind etwas verteilen kann.

Bei jüngeren Kindern nutzt du zwei Körbe. Ältere können überlegen, was sich ändert, wenn ein weiterer Korb dazukommt. Verwendet Gruppenmaterial; persönliche Gegenstände werden dafür nicht eingesammelt.

2. Zusammen den Beutel tragen

Zwei Kinder halten je eine Seite des leicht gefüllten Beutels. Sie suchen ein Startwort aus und warten, bis beide bereit sind. Dann tragen sie ihn über einen kurzen freien Weg. Am Tisch können sie den Beutel auch gemeinsam schieben.

Kinder verteilen große Tücher gleichmäßig auf drei Körbe
Kinder verteilen große Tücher gleichmäßig auf drei Körbe.

Frage nach dem Versuch: „Was hat geholfen?“ Vielleicht war es das Startwort, vielleicht ein langsameres Tempo. Beim nächsten Paar darf eine andere Idee ausprobiert werden.

3. Welche Hilfe brauchst du?

Spiele eine Alltagsszene vor: Du möchtest Papier holen, hast aber beide Hände voll. Die Kinder schlagen Hilfe vor. „Soll ich dir etwas abnehmen?“ oder „Ich hole das Papier“ sind mögliche Antworten. Spiele auch einmal, dass du gerade keine Hilfe brauchst: „Danke, ich schaffe es so.“

Freiwillige Kinder dürfen eine eigene kurze Szene erfinden: ein Buch reichen, einen Platz freimachen oder gemeinsam etwas tragen. Bleibt bei solchen alltäglichen Aufgaben, statt einen aktuellen Streit vor der Gruppe nachzuspielen.

Mit einer Entdeckung abschließen

Setzt euch noch einmal zum Stiefel. „Was hat beim Tragen geholfen?“ oder „Woran habt ihr gesehen, dass noch ein Tuch fehlt?“ Eine Frage reicht. Die Kinder können eine Handlung auch vormachen.

Zum Schluss räumt ihr die Tücher gemeinsam zurück. Wenn die Gruppe eine Idee wiederholen möchte, greife sie am nächsten Tag auf. Das Startwort vom Beuteltransport kann zum Beispiel beim Tragen einer Materialkiste wieder nützlich sein.

💡 Helfen in drei kurzen Sätzen: „Brauchst du Hilfe?“ – „Ich könnte …“ – „Passt das für dich?“ Mach die passende Handlung vor. Dann wird aus einem allgemeinen „Seid hilfsbereit“ eine Frage, mit der Kinder etwas anfangen können.

So passt du die Aufgaben an

Wer wenig sprechen möchte, kann auf einen leeren Korb zeigen oder das Startsignal mit einer Hand geben. Beim Transportieren sind Tragen, Schieben und ein Signal geben verschiedene Möglichkeiten, mitzuwirken. Wechselt die Rollen.

In einer großen Gruppe lässt du die Aufgaben nacheinander in kleinen Runden stattfinden. Wenn nur eine Fachkraft anleitet, braucht es keine drei gleichzeitig laufenden Stationen. Wenige aktive Kinder mit einem schnellen Wechsel sind übersichtlicher als eine lange Warteschlange.

Müssen die Kinder etwas geschenkt bekommen?

Das Angebot funktioniert mit dem vorhandenen Material. Wenn eure Einrichtung zum Nikolaus etwas verschenkt, sollte die Gabe unabhängig davon sein, ob ein Kind gesprochen oder bei allen Aufgaben mitgemacht hat.

Du kannst die Runde an einem Betreuungstag rund um den 6. Dezember durchführen. Für die weiteren Adventstage passen die Aktionen im Adventskalender ohne Geschenke. Mehr Partneraufgaben findest du im Kooperationsspiele-Finder. Zum anderen Fest im Herbst gibt es die Spielideen zu St. Martin.

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