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Spiele über Gefühle in der Grundschule bieten Kindern verschiedene Ausdruckswege: eine Figur sprechen lassen, eine Szene darstellen, ein Bild wählen oder eine Geschichte weitererzählen. Persönliche Gefühle müssen dabei nicht vor der Klasse offengelegt werden.
Wie bespricht eine Klasse Gefühle, ohne Kinder vorzuführen?
Nutzen Sie zunächst erfundene Situationen. „Ein Kind findet keinen Spielpartner“ lässt sich gemeinsam betrachten, ohne eine reale Person zum Beispiel zu machen. Fragen Sie: „Was könnte die Figur fühlen? Was könnte sie brauchen?“ Mehrere Antworten sind möglich.
Freiwilligkeit und Schutz vereinbaren
Ein Kind darf passen, nur zuschauen oder eine andere Rolle übernehmen. Erklärungen zu privaten Erlebnissen werden nicht eingefordert. Wenn ein Kind von einer belastenden Situation berichtet, übernehmen Erwachsene die weitere Begleitung; die Klasse muss das Problem nicht im Spiel lösen.
Für Klassen 1 bis 4 anpassen
Jüngere Kinder können zeigen, wählen oder einzelne Wörter verwenden. Ältere Kinder können Gründe vergleichen und alternative Handlungen entwickeln. Achten Sie auf Sprachverständnis und Gruppenerfahrung. Gefühle lassen sich nicht allein an einem Gesicht sicher erkennen: Nachfragen bleibt nötig.
Spiele zur Förderung der emotionalen Kompetenz im Schulalltag

Grundprinzipien emotionaler Spiele
Emotionale Spiele für Grundschulkinder zeichnen sich dadurch aus, dass sie:
- einen geschützten Rahmen bieten, in dem Kinder ohne Angst vor Bewertung ihre Gefühle ausprobieren können,
- spielerisch die Wahrnehmung der eigenen und fremden Gefühle fördern,
- die Sprache für Gefühle erweitern und präzisere Benennungen ermöglichen,
- das Einfühlungsvermögen (Empathie) durch Perspektivwechsel stärken,
- Kreativität und Ausdrucksfähigkeit unterstützen,
- soziale Kompetenzen wie Kooperation und Konfliktlösung spielerisch einüben, und
- leicht in den Alltag integrierbar sind, ohne aufwändige Materialien oder Vorbereitung zu benötigen.
Damit diese Ziele erreicht werden, sollte das Spiel stets mit einer gemeinsamen Reflexion abgeschlossen werden, in der Kinder ihre Erlebnisse teilen und Gedanken austauschen können. Dies ermöglicht eine tiefer gehende Auseinandersetzung und festigt den Lerneffekt.
Spiel 1: Gefühle-Memory – Gefühle erkennen und benennen
Material und Vorbereitung
Für das Gefühle-Memory benötigen Sie ein Memory-Kartenset, bei dem jeweils zwei Karten dasselbe Gefühl darstellen. Die Motive können entweder Fotos von Gesichtsausdrücken, kleine Piktogramme oder kindgerecht gezeichnete Emojis sein. Die Karten sollten gut sichtbar und handlich sein. Fertige Sets sind oft online oder im pädagogischen Fachhandel erhältlich, können aber auch selbst gebastelt werden.
Vorbereitung: Die Karten werden gemischt und verdeckt auf dem Tisch ausgelegt.
Spielanleitung
Die Kinder spielen klassisches Memory: Sie decken jeweils zwei Karten auf, um Paare zu finden. Wird ein passendes Gefühls-Paar entdeckt, benennt das Kind das Gefühl laut und beschreibt, wann es sich so fühlen könnte. Das fördert die sprachliche Ausdrucksfähigkeit und das Verständnis von Emotionen.
Optional können bei jüngeren Kindern auch Erwachsene oder Mitschüler Hilfestellung geben, indem sie Fragen stellen wie: „Kannst du erzählen, was man fühlt, wenn man das Gesicht so macht?“, oder „Wann hast du dich das letzte Mal so gefühlt?“
Tipps für die Reflexion
Nach dem Spiel können die Kinder gemeinsam überlegen, wie unterschiedlich Gefühle aussehen und wie sie sich anfühlen. Es kann ein Gespräch entstehen über Situationen im Schulalltag, in denen sie bestimmte Gefühle erlebt haben. Auch können Strategien besprochen werden, wie man mit starken Gefühlen umgeht. Wichtig ist, dass die Reflexion wertschätzend und offen geschieht, um alle Kinder einzubeziehen.
Ablauf: Gefühle-Memory
- Karten mischen und verdeckt auslegen
- Kinder decken zwei Karten auf und suchen Paare
- Gefühl benennen und kurz beschreiben
- Weiter bis alle Paare gefunden sind
- Gemeinsame Reflexion über Gefühle
Spiel 2: Rollenspiele – Gefühle ausdrücken und einfühlen
Ziel des Spiels
Rollenspiele sind eine besonders wirkungsvolle Methode, um Grundschulkindern zu helfen, Gefühle nicht nur zu erkennen, sondern auch expressiv auszudrücken und die Perspektive anderer einzunehmen. Das spielerische Nachahmen verschiedener Situationen ermöglicht es den Kindern, Erfahrungen mit Emotionen in einem sicheren Rahmen zu machen und ihr Einfühlungsvermögen zu schulen. Durch die aktive Auseinandersetzung lernen sie, emotionale Signale besser zu deuten und eigene Gefühle besser zu steuern.
Beispiele für Spielsituationen
- Streit auf dem Pausenhof: Zwei Kinder spielen eine typische Auseinandersetzung nach, bei der Missverständnisse und Gefühle wie Ärger oder Enttäuschung thematisiert werden.
- Freude teilen: Szenen, in denen Kinder gemeinsam erfolgreich sind oder sich über ein Geschenk freuen.
- Ängste ausdrücken: Situationen aus dem Alltag, z. B. der erste Tag in der neuen Klasse, um Unsicherheiten sichtbar zu machen.
- Entschuldigung und Verzeihen: Wie man nach einem Fehler oder Missverständnis wieder zueinanderfindet.
Ablauf und Nachbesprechung
Zu Beginn erklärt die Lehrkraft oder Betreuungsperson die Rolle und die gefühlte Situation. Die Kinder schlüpfen in die Rollen und spielen die Szene vor. Wichtig ist, dass kein Kind in eine Rolle gedrängt wird; alle Beteiligten sollen sich wohlfühlen und auf freiwilliger Basis mitmachen.
Anschließend folgt eine Nachbesprechung, in der Fragen gestellt werden wie: „Wie hast du dich in der Rolle gefühlt?“, „Was hast du bei den anderen Gefühlen bemerkt?“ oder „Was könnte man tun, wenn man sich so fühlt?“ Diese Reflexion unterstützt den Transfer in den Alltag. Manchmal kann es hilfreich sein, Gefühlskarten oder ein Emotionsrad als Hilfsmittel zu verwenden, um Gefühle genauer zu benennen und zu differenzieren.
Ablauf: Rollenspiele – Gefühle ausdrücken und einfühlen
- Situationsbeschreibung und Rollenzuteilung
- Kinder spielen die Szene vor
- Offene Reflexionsrunde mit gezielten Fragen
- Besprechung von alternativen Verhaltensweisen
- Wiederholung mit Variation für unterschiedlich Gefühle
Spiel 3: Das emotionale Barometer – Stimmungen sichtbar machen
Vorbereitung und Einsatzmöglichkeiten
Das emotionale Barometer ist ein visuelles Spiel, das Kindern hilft, ihre aktuelle Stimmung auszudrücken und die Gefühlslage der Gruppe einzuschätzen. Zur Vorbereitung benötigt man ein großes Plakat oder eine Tafel, auf dem ein einfaches „Thermometer“ mit verschiedenen Emotionen verzeichnet ist – beispielsweise „sehr traurig“, „traurig“, „neutral“, „fröhlich“, „sehr fröhlich“. Marker, Magneten oder kleine Figuren können genutzt werden, um die Stimmung anzuzeigen.
Diese Methode eignet sich gut für den Einstieg in den Unterricht, als Stimmungsabfrage nach Pausen oder auch zur Unterstützung bei Konfliktgesprächen. Das Sichtbarmachen emotionaler Zustände macht Gefühle für alle nachvollziehbar und öffnet den Raum für ein offenes Gespräch.
Varianten
- Individuelles Barometer: Jedes Kind platziert seinen Marker selbst, entweder auf dem Plakat vor der Gruppe oder auf einem festen Platz im Raum.
- Gruppenbarometer: Die Gruppe entscheidet gemeinsam, welche Stimmung die Mehrheit gerade fühlt und stellt den Gruppenzustand dar.
- Emotionen-Farbskala: Statt des Thermometer-Designs können Farben verwendet werden (z. B. Blau für traurig, Rot für wütend, Gelb für fröhlich), um die Empfindungen zu markieren.
Integration in den Schulalltag
Das emotionale Barometer lässt sich leicht in bestehende Rituale integrieren, beispielsweise zu Beginn des Schultags oder vor Gruppenarbeiten. Wichtig ist, dass der Prozess offen und ohne Zwang erfolgt. Die Kinder werden dazu eingeladen, ihre Gefühle wahrzunehmen, zu benennen und zu teilen. Die Lehrkraft kann darauf eingehen, wenn einzelne Kinder Unterstützung brauchen oder auffallen, und die Reflexion für das Gruppenklima nutzen.
Auch für Elternabende oder Elterngespräche kann das Barometer als Instrument vorgestellt werden, um einen einfachen Zugang zum Thema Gefühle zu schaffen. Auf diese Weise wird emotionale Kompetenz von mehreren Bezugspersonen gefördert und im Alltag verankert.
Ablauf: Emotionales Barometer
- Plakat mit Gefühlsstufen aufhängen
- Kinder markieren ihre aktuelle Stimmung
- Gruppengespräch zu den Ergebnissen
- Eventuell individuelles Nachfragen
- Regelmäßige Wiederholung als Ritual
Spiel 4: Geschichten mit Gefühlen – Kreative Ausdrucksförderung
Wie funktioniert das Spiel?
Dieses Spiel fördert den kreativen Umgang mit Gefühlen, indem Kinder Geschichten erfinden oder weiterspinnen, in denen Emotionen eine zentrale Rolle spielen. Die Lehrkraft gibt dazu Impulsworte oder kurze Szenarien vor, die die Kinder als Ausgangspunkt nutzen. Gemeinsam oder in Kleingruppen werden Geschichten erzählt, die entweder mündlich präsentiert oder auch aufgeschrieben werden können.
Wichtig ist, dass die Kinder ihre Figuren und Situationen emotional ausgestalten, beschreiben, was die Figuren fühlen, warum und wie sie mit diesen Gefühlen umgehen. Auf diese Weise erweitern die Kinder ihre emotionale Perspektive, lernen Zusammenhänge von Ursachen und Reaktionen kennen und üben Sprache für komplexe Befindlichkeiten.
Beispiele für Geschichtenimpulse
- „Ein Kind fühlt sich an seinem ersten Schultag ganz aufgeregt und freut sich, neue Freunde zu finden.“
- „In der Geschichte ärgert sich eine Figur über einen Streit, findet aber eine Lösung.“
- „Ein Abenteuer, das mit Angst beginnt und mit Mut endet.“
- „Wie fühlt sich jemand, wenn er eine Überraschung erlebt?“
Lernziele und Nutzen
Die Übung unterstützt mehrere Lernbereiche gleichzeitig: Sie fördert die sprachliche Ausdrucksfähigkeit, die Fähigkeit zur Selbstreflexion und zur Perspektivübernahme. Durch das Erzählen lernen Kinder, komplexe emotionale Situationen zu verstehen, anzusprechen und gemeinsam mit anderen zu bearbeiten. Die Methode fördert zudem Kreativität und Teamgeist, wenn die Geschichte in der Gruppe entwickelt wird.
Als weiterführende Materialien für die Kreativitätsförderung eignen sich auch emotionale Tagebuchspiele oder Bildkarten, die auf spielpaedagogik.com vorgestellt werden, um die Vielfalt der Gefühle lebendig zu machen.
Ablauf: Geschichten mit Gefühlen
- Impuls geben oder Szenario vorstellen
- Kinder erfinden gemeinsam oder einzeln Geschichten
- Geschichten erzählen oder aufschreiben
- Gefühle in der Geschichte benennen und besprechen
- Reflexion über eigene Erlebnisse und Gefühle
Spiel 5: Kooperationsspiele mit emotionalem Fokus
Warum Kooperation die Gefühle stärkt
Kooperationsspiele fördern nicht nur Sozialkompetenzen, sondern haben auch direkten Einfluss auf die emotionale Kompetenz. Wenn Kinder gemeinsam Aufgaben lösen, lernen sie, aufeinander zu achten, Rücksicht zu nehmen und positive Erlebnisse miteinander zu teilen. Solche Situationen helfen dabei, Vertrauen aufzubauen, individuelle Gefühle wahrzunehmen und gemeinsam hilfreiche Strategien zu entwickeln, um Herausforderungen zu meistern. Das stärkt das Selbstwertgefühl und die Beziehungskompetenz erheblich.
Beispiel: Gemeinsam eine Geschichte mit Emotionen entwickeln
Ein wirkungsvolles Kooperationsspiel besteht darin, dass die Kinder gemeinsam eine Geschichte erzählen, die unterschiedliche Gefühle enthält. Dabei wird reihum ein Satz ergänzt, der eine neue emotionale Wendung bringen kann. Die Gruppe muss sich darauf einigen, wie die Geschichte weitergehen soll und wie die Gefühle der Charaktere ausgedrückt werden.
So könnten die Kinder beispielsweise beginnen mit einem Satz wie: „Paul fühlt sich heute stolz, weil er ein neues Lied gelernt hat.“ Der nächste ergänzt: „Plötzlich wird Paul traurig, weil sein Freund krank ist.“ Die Kinder überlegen zusammen, wie die Geschichte positiv enden kann, etwa mit einer Idee, um den Freund aufzumuntern.
Dieses Spiel trainiert das Zuhören, die Empathie und die kreative Zusammenarbeit. Gleichzeitig lernen die Kinder, den emotionalen Verlauf einer Geschichte bewusst zu steuern und unterschiedliche Gefühlslagen zuzulassen.
Ablauf: Kooperationsgeschichte mit Emotionen
- Start mit einem Satz, der ein Gefühl ausdrückt
- Reihum wird die Geschichte fortgeführt mit neuen Gefühlen
- Diskussion über den Verlauf und die Gefühle
- Gemeinsames Abschluss-Ende entwickeln
- Reflexion über die eigenen Gefühle im Spiel

Weitere Ideen für kurze Runden im Schulalltag
Ruheinsel
Vereinbaren Sie einen ruhigen Platz, den Kinder nach Absprache für eine kurze Pause nutzen können. Eine erfundene Figur zeigt zunächst, wie sie eine Pause ankündigt und wieder zurückkommt. Der Platz ist keine Strafe. Besprechen Sie, wer bei Bedarf Hilfe holen kann.
Ball-Atmen ohne Ball
Die Hände zeigen einen gedachten Ball, der beim normalen Einatmen etwas größer und beim Ausatmen kleiner wird. Es wird weder besonders tief geatmet noch die Luft angehalten. Die Handbewegung kann auch ohne Atemvorgabe mitgemacht werden. Bei Unbehagen wird aufgehört.
Das Freundschaftsgespräch
Zwei Figuren wollen dasselbe Spielzeug. Die Kinder entwickeln Sätze, die Wünsche ausdrücken, und vergleichen mögliche Vereinbarungen. Spielen Sie zuerst einen ruhigen, erfundenen Konflikt. Nach einem echten Streit wird erst für Sicherheit und Beruhigung gesorgt.
Emotions-Charaden
Ein Kind darf ein Gefühl pantomimisch darstellen. Die anderen nennen Vermutungen, danach erklärt die darstellende Person ihre Idee. Es kann mehr als eine plausible Vermutung geben. Persönliche Erlebnisse werden nicht abgefragt; Passen bleibt möglich.
Wie werden Gefühls-Spiele Teil des Unterrichts?
Planen Sie einen kurzen, angekündigten Zeitraum. Erklären Sie das Ziel in Alltagssprache: „Wir probieren aus, wie die Figur um Hilfe bitten könnte.“ Spielen Sie zuerst selbst eine kleine Szene vor. Nach der Runde wird ein Satz oder eine Vereinbarung ausgewählt, die im Klassenalltag nutzbar ist.
Mit Gefühlsäußerungen umgehen
Hören Sie zu, ohne jedes Gefühl öffentlich deuten zu wollen. Eine Äußerung wie „Ich will darüber nicht reden“ wird respektiert. Sorgen Sie bei Bedarf für ein vertrauliches Gespräch. Gesichtsausdrücke, Kartenwahl und Schweigen sind keine Diagnose.
Bei Streit und Ausgrenzung
Ein Spiel ersetzt kein Eingreifen gegen wiederholte Angriffe. Erwachsene klären die Situation und schützen betroffene Kinder. Für gewöhnliche Meinungsverschiedenheiten kann eine spätere Übung helfen, Wünsche verständlich auszudrücken. Konkrete Schritte bietet der Beitrag Konflikte unter Kindern lösen.
Häufige Fragen zu Gefühls-Spielen in der Grundschule
Müssen alle Kinder mitsprechen?
Nein. Zuschauen, zeigen, zeichnen oder eine Figur bewegen sind mögliche Beteiligungsformen. Eine öffentliche Runde darf kein persönliches Geständnis verlangen.
Wie oft sollten die Spiele stattfinden?
Wählen Sie einen Rhythmus, der zur Klasse passt. Ein bekanntes Format erleichtert die Teilnahme; daraus lässt sich keine bestimmte Wirkung oder Frist ableiten.
Wo gibt es Grundlagen und weitere Angebote?
Die Übersicht zu Spielen und Spielzeug für emotionale Entwicklung erklärt die gemeinsame Grundlage. Für das feste Gruppenritual gibt es Gefühle im Morgenkreis. Diese Vertiefungen ergänzen die schulischen Spielideen.




