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Sprachförderung durch Spiele schafft Gesprächsanlässe: Kinder beschreiben Gegenstände, stellen Fragen, erzählen Geschichten und sprechen Rollen miteinander ab. Wählen Sie ein Thema, über das das Kind gern spricht. Ein Gespräch über seinen selbst gebauten Turm kann mehr Anknüpfungspunkte bieten als das Abfragen einer Wortliste.
Was bedeutet Sprachförderung durch Spiele?
Gemeint ist, Sprache im gemeinsamen Handeln anzuregen. Erwachsene hören zu, greifen Äußerungen auf und geben passende Wörter oder Satzformen dazu. Sagt ein Kind „Ball da“, kann die Antwort lauten: „Ja, der rote Ball liegt unter dem Tisch.“ Das Gespräch geht weiter, ohne dass das Kind den Satz zur Korrektur wiederholen muss.
Wortschatz, Satzbau und Erzählen unterscheiden
Beim Beschreiben einer Bildkarte werden andere Anforderungen gestellt als beim Erzählen einer Geschichte. Überlegen Sie, worauf es gerade ankommt: Begriffe kennenlernen, etwas genauer beschreiben, eine Frage verstehen oder eine Reihenfolge erzählen. Eine Runde muss nicht alle Bereiche gleichzeitig abdecken.
Welche Spiele passen zu welchem Alter?
Jüngere Kinder können Dinge benennen, Geräusche nachmachen oder kurze Reime ergänzen. Vorschulkinder können Rollen übernehmen und eine einfache Geschichte fortsetzen. Grundschulkinder können Begriffe erklären, begründen und zusammenhängend erzählen. Diese Zuordnung ist eine Orientierung; wählen Sie die Variante nach dem tatsächlichen Sprachverständnis.
Für bestimmte Situationen gibt es die Vertiefungen Sprachförderung im Kindergarten und den Sprachspiele-Finder. Der folgende Überblick bleibt die gemeinsame Grundlage für Kita, Schule und Zuhause.
15 Spiele für Wortschatz, Satzbau und Erzählen
1. Die Geschichtenkette
So funktioniert das Spiel
Die Geschichtenkette gehört zu meinen absoluten Lieblingsspielen für die Sprachförderung. Sie lässt sich mit kleinen und großen Gruppen durchführen und sorgt fast immer für viele lustige und kreative Momente.
Die Kinder sitzen im Kreis.
Ein Erwachsener beginnt mit einem einfachen Satz:
„Eines Morgens wachte ein kleiner Fuchs im Wald auf.“
Das nächste Kind ergänzt einen weiteren Satz.
Beispielsweise:
„Er hörte plötzlich ein seltsames Geräusch.“
Das dritte Kind führt die Geschichte weiter.
So entsteht nach und nach eine gemeinsame Erzählung.
Wichtig ist dabei, dass jedes Kind einen eigenen Beitrag leisten darf.
Es gibt keine falschen Antworten.
Je fantasievoller die Geschichte wird, desto spannender wird das Spiel.
Zusätzlich lernen sie:
- Zusammenhänge zu verstehen
- Handlungen logisch fortzuführen
- eigene Ideen sprachlich auszudrücken
- anderen aufmerksam zuzuhören
Für jüngere Kinder kann die Geschichte durch Bildkarten unterstützt werden.
Ältere Kinder entwickeln oft erstaunlich komplexe Handlungsverläufe mit vielen Details.
Förderung
Dieses Spiel fördert zahlreiche sprachliche Kompetenzen gleichzeitig.
Kinder erweitern ihren Wortschatz und lernen neue Satzstrukturen kennen.
Außerdem trainieren sie:
- aktives Zuhören
- freies Sprechen
- Erzählkompetenz
- Sprachverständnis
- Konzentration
- soziale Kommunikation
Besonders wertvoll ist die Förderung der sogenannten narrativen Kompetenz.
Kinder lernen, Geschichten logisch aufzubauen und Inhalte verständlich weiterzugeben.
Diese Fähigkeit spielt später auch beim Lesen und Schreiben eine wichtige Rolle.
Geeignetes Alter
4 bis 10 Jahre
Praxistipp
Ich beginne die Geschichte häufig mit einer besonders spannenden Ausgangssituation.
Zum Beispiel:
- ein geheimnisvoller Schatz
- ein sprechendes Tier
- eine Reise ins Weltall
- ein magischer Wald
Dadurch steigt die Motivation der Kinder deutlich.
Bei größeren Gruppen kann zusätzlich ein Stofftier eingesetzt werden. Nur das Kind, das das Stofftier hält, darf sprechen.
Das erleichtert die Gesprächsführung und sorgt für mehr Ruhe.
Viele Kinder freuen sich außerdem darüber, wenn die entstandene Geschichte anschließend noch einmal gemeinsam erzählt wird.
2. Ich sehe was, was du nicht siehst – Sprachedition
So funktioniert das Spiel
Fast jedes Kind kennt die klassische Variante dieses Spiels.
Für die Sprachförderung erweitere ich die Regeln etwas.
Anstatt nur die Farbe zu nennen, beschreiben die Kinder den Gegenstand möglichst genau.
Beispielsweise:
„Ich sehe etwas, das rund ist, aus Holz besteht und auf dem Tisch liegt.“
Die anderen Kinder müssen nun raten.
Wer den Gegenstand erkennt, darf die nächste Runde übernehmen.
Das Spiel lässt sich nahezu überall durchführen:
- im Gruppenraum
- auf dem Spielplatz
- während eines Spaziergangs
- im Wartezimmer
- im Auto
Dadurch eignet es sich gut für spontane Sprachförderung im Alltag.
Förderung
Kinder lernen, Gegenstände möglichst genau zu beschreiben.
Dabei trainieren sie:
- Wortschatz
- Eigenschaftswörter
- Satzbildung
- logisches Denken
- Wahrnehmung
- Kommunikationsfähigkeit
Besonders die Verwendung von Adjektiven wird intensiv gefördert.
Geeignetes Alter
4 bis 12 Jahre
Praxistipp
Ich fordere ältere Kinder häufig dazu auf, mindestens drei Merkmale zu nennen.
Dadurch entstehen deutlich ausführlichere Beschreibungen.
Für jüngere Kinder genügt oft bereits ein einzelnes Merkmal.
Sehr beliebt sind außerdem Themenrunden:
- Tiere
- Fahrzeuge
- Natur
- Berufe
- Lebensmittel
Dadurch kann der Wortschatz gezielt erweitert werden.
3. Das verrückte Wörtertelefon
So funktioniert das Spiel
Die Kinder sitzen nebeneinander oder im Kreis.
Das erste Kind denkt sich einen Satz aus und flüstert ihn seinem Nachbarn ins Ohr.
Dieser gibt die Information weiter.
Am Ende der Kette wird der Satz laut ausgesprochen.
Oft entstehen dabei lustige Veränderungen, die für große Begeisterung sorgen.
Für die Sprachförderung können unterschiedliche Schwierigkeitsstufen genutzt werden:
- einzelne Wörter
- einfache Sätze
- kurze Geschichten
- Reime
- Zungenbrecher
Die Kinder müssen genau zuhören und Informationen möglichst korrekt weitergeben.
Förderung
Das Spiel trainiert:
- auditive Wahrnehmung
- Konzentration
- Sprachverständnis
- Merkfähigkeit
- korrekte Aussprache
- genaues Zuhören
Besonders Kinder mit Schwierigkeiten im Bereich der Hörwahrnehmung profitieren häufig von diesem Angebot.
Geeignetes Alter
5 bis 12 Jahre
Praxistipp
Ich beginne meist mit sehr kurzen Sätzen.
Später können die Anforderungen langsam gesteigert werden.
Viele Kinder freuen sich besonders darüber, wenn am Ende die ursprüngliche und die veränderte Nachricht miteinander verglichen werden.
Die dabei entstehenden Lachmomente sorgen für eine entspannte Lernatmosphäre und motivieren die Kinder zusätzlich.
4. Wer bin ich?
So funktioniert das Spiel
Dieses Spiel gehört zu den Klassikern der Sprachförderung und sorgt sowohl im Kindergarten als auch in der Grundschule regelmäßig für Begeisterung.
Ein Kind erhält eine Bildkarte oder einen Begriff, den es selbst nicht sehen darf. Die Karte wird beispielsweise auf die Stirn geklebt oder vor das Kind gehalten.
Nun darf das Kind Fragen stellen, die nur mit „Ja“ oder „Nein“ beantwortet werden können.
Zum Beispiel:
- Bin ich ein Tier?
- Kann ich fliegen?
- Bin ich groß?
- Lebe ich im Wasser?
Nach und nach sammelt das Kind Informationen und versucht herauszufinden, welcher Begriff gesucht wird.
Alternativ können die anderen Kinder Hinweise geben, ohne das gesuchte Wort direkt zu nennen.
Die Schwierigkeit kann leicht angepasst werden:
- Tiere
- Berufe
- Fahrzeuge
- Märchenfiguren
- Lebensmittel
- Alltagsgegenstände
Förderung
Dieses Spiel fördert zahlreiche sprachliche Fähigkeiten gleichzeitig.
Kinder lernen:
- Fragen korrekt zu formulieren
- Zusammenhänge zu erkennen
- Merkmale zu beschreiben
- aktiv zuzuhören
- Wortschatz anzuwenden
- logisch zu denken
Besonders die Satzbildung wird intensiv trainiert, da die Kinder ständig neue Fragen formulieren müssen.
Geeignetes Alter
5 bis 12 Jahre
Praxistipp
Ich beginne gerne mit sehr vertrauten Themenbereichen.
Gerade jüngere Kinder kommen mit Tieren oder bekannten Alltagsgegenständen besonders gut zurecht.
Später können schwierigere Kategorien eingeführt werden.
Sehr beliebt ist auch eine Variante mit Bewegungen.
Das Kind darf passende Bewegungen vormachen, um zusätzliche Hinweise zu erhalten.
Dadurch entsteht eine Verbindung zwischen Sprache und Handlung, die viele Kinder besonders anspricht.
5. Die Wortschatz-Schatzkiste

So funktioniert das Spiel
Für dieses Spiel wird eine Kiste oder ein Beutel mit verschiedenen Gegenständen gefüllt.
Geeignet sind beispielsweise:
- Schlüssel
- Löffel
- Kuscheltier
- Ball
- Muschel
- Holzfigur
- Taschenlampe
Ein Kind zieht einen Gegenstand und beschreibt ihn möglichst genau.
Die anderen Kinder versuchen zu erraten, welcher Gegenstand gemeint ist.
Die Beschreibung sollte möglichst viele Informationen enthalten:
- Farbe
- Form
- Material
- Verwendung
- Größe
Später können die Kinder zusätzlich kleine Geschichten rund um den Gegenstand erfinden.
Sie können die Dinge anfassen, betrachten und aus verschiedenen Blickwinkeln beschreiben.
Förderung
Die Wortschatz-Schatzkiste eignet sich gut zur Erweiterung des aktiven Wortschatzes.
Gefördert werden:
- Beschreibungsfähigkeit
- Wortschatz
- Begriffsbildung
- Satzbildung
- Kommunikation
- Kreativität
Durch die Vielzahl unterschiedlicher Gegenstände entstehen immer neue Sprechanlässe.
Geeignetes Alter
4 bis 10 Jahre
Praxistipp
Ich tausche die Gegenstände regelmäßig aus.
Dadurch bleibt das Spiel spannend und bietet immer wieder neue Lernmöglichkeiten.
Besonders erfolgreich sind Themenkisten:
- Wald
- Bauernhof
- Sommer
- Verkehr
- Märchen
Kinder können sich dann intensiv mit einem bestimmten Themenbereich beschäftigen und ihren Wortschatz gezielt erweitern.
6. Reimdetektive
So funktioniert das Spiel
Reime spielen für die sprachliche Entwicklung eine wichtige Rolle.
Beim Spiel „Reimdetektive“ nennt ein Erwachsener oder ein Kind ein Wort.
Beispielsweise:
„Haus“
Nun suchen die Kinder möglichst viele Wörter, die sich darauf reimen.
Etwa:
- Maus
- Klaus
- raus
Später können kleine Reimketten entstehen oder die Kinder erfinden lustige Fantasiewörter.
Eine weitere Variante besteht darin, Bilder zu verwenden.
Die Kinder suchen passende Reimpaare und legen diese zusammen.
Förderung
Reimspiele fördern wichtige Vorläuferfähigkeiten für das spätere Lesen und Schreiben.
Trainiert werden:
- phonologische Bewusstheit
- Lautwahrnehmung
- Sprachrhythmus
- Wortschatz
- Merkfähigkeit
- Konzentration
Gerade im Vorschulalter gehören Reimspiele zu den wertvollsten Sprachförderangeboten.
Geeignetes Alter
4 bis 8 Jahre
Praxistipp
Besonders erfolgreich sind Reimspiele in Verbindung mit Bewegung.
Die Kinder dürfen beispielsweise bei jedem gefundenen Reimwort einen Schritt nach vorne machen oder einen kleinen Sprung ausführen.
Dadurch steigt die Motivation erheblich.
Wer zusätzliche Aktivität einbauen möchte, findet in den Bewegungsspielen für Kinder viele weitere Ideen zur Verbindung von Sprache und Bewegung.
7. Bildgeschichte erzählen
So funktioniert das Spiel
Für dieses Spiel werden mehrere Bilder benötigt, die eine Handlung zeigen.
Die Bilder werden gemischt und anschließend gemeinsam betrachtet.
Die Kinder versuchen nun, die richtige Reihenfolge zu finden.
Danach erzählen sie die Geschichte mit eigenen Worten.
Je nach Alter können zusätzliche Fragen gestellt werden:
- Was passiert zuerst?
- Warum ist das passiert?
- Wie fühlt sich die Figur?
- Wie könnte die Geschichte enden?
Förderung
Das Spiel unterstützt:
- freies Erzählen
- Wortschatzerweiterung
- Satzbildung
- logisches Denken
- Sprachverständnis
- Kreativität
Besonders die Fähigkeit, Ereignisse zeitlich richtig einzuordnen, wird intensiv trainiert.
Geeignetes Alter
4 bis 10 Jahre
Praxistipp
Ich lasse die Kinder häufig eigene Enden für die Geschichte entwickeln.
Dadurch entstehen oft überraschende und sehr kreative Erzählungen.
Außerdem können die Kinder später selbst Bilder malen und daraus neue Geschichten entstehen lassen.
8. Das Gefühls-Mikrofon
So funktioniert das Spiel
Ein Spielzeugmikrofon, ein Holzlöffel oder ein anderer Gegenstand dient als „Mikrofon“.
Das Kind, das das Mikrofon hält, beantwortet eine Frage.
Beispiele:
- Was hat dich heute glücklich gemacht?
- Worüber hast du gelacht?
- Was war heute schwierig?
- Worauf bist du stolz?
- Was möchtest du morgen machen?
Alle anderen hören aufmerksam zu.
Anschließend darf das nächste Kind sprechen.
Dieses einfache Spiel erzeugt oft sehr intensive Gespräche.
Viele Kinder genießen es, wenn ihnen die Gruppe aufmerksam zuhört.
Förderung
Gefördert werden:
- Gefühlswortschatz
- freie Sprache
- Selbstvertrauen
- Zuhören
- soziale Kompetenz
- Kommunikationsfähigkeit
Gerade die Fähigkeit, Gefühle sprachlich auszudrücken, entwickelt sich durch dieses Spiel sehr gut.
Geeignetes Alter
4 bis 12 Jahre
Praxistipp
Ich beginne häufig mit positiven Fragen.
Dadurch fällt der Einstieg vielen Kindern leichter.
Später können auch anspruchsvollere Themen besprochen werden.
Besonders im Morgenkreis entstehen dadurch oft wertvolle Gespräche.
In Kombination mit Bewegungsspiele im Morgenkreis lässt sich daraus ein abwechslungsreicher Start in den Tag gestalten.
9. Das Kofferpackspiel mit Geschichten
So funktioniert das Spiel
Das klassische Kofferpackspiel kennen viele Kinder bereits. Für die Sprachförderung erweitere ich die bekannten Regeln um zusätzliche Erzählelemente.
Das erste Kind beginnt:
„Ich packe meinen Koffer und nehme einen Ball mit.“
Das nächste Kind wiederholt den Satz und ergänzt einen weiteren Gegenstand:
„Ich packe meinen Koffer und nehme einen Ball und ein Buch mit.“
Mit jeder Runde wächst die Liste.
Später wird das Spiel erweitert:
Die Kinder erklären zusätzlich, warum sie den Gegenstand mitnehmen.
Beispielsweise:
„Ich nehme den Ball mit, weil ich am Strand spielen möchte.“
Oder:
„Ich nehme das Buch mit, weil ich im Zug lesen möchte.“
Dadurch entstehen kleine Geschichten rund um die Reise.
Die Kinder beginnen plötzlich, über Reiseziele, Abenteuer und Erlebnisse zu erzählen.
Das Spiel kann beliebig angepasst werden:
- Urlaub am Meer
- Reise in den Dschungel
- Besuch auf dem Bauernhof
- Flug ins Weltall
- Abenteuer im Märchenland
Förderung
Dieses Spiel trainiert mehrere Entwicklungsbereiche gleichzeitig.
Gefördert werden:
- Merkfähigkeit
- Wortschatz
- Satzbildung
- Erzählkompetenz
- Konzentration
- logisches Denken
- Kreativität
Kinder lernen, längere Satzstrukturen zu bilden und Gedanken nachvollziehbar auszudrücken.
Geeignetes Alter
5 bis 12 Jahre
Praxistipp
Besonders spannend wird das Spiel, wenn Bilder von den Gegenständen verwendet werden.
Jüngere Kinder können die Karten zusätzlich anschauen und müssen sich nicht ausschließlich auf ihr Gedächtnis verlassen.
Ich lasse Kinder außerdem häufig ungewöhnliche Gegenstände mitnehmen.
Wenn plötzlich ein Drache, ein U-Boot oder ein Zauberstab im Koffer landet, entstehen oft besonders lustige Gesprächssituationen.
10. Das große Geräuscheraten
So funktioniert das Spiel
Kinder lieben geheimnisvolle Geräusche.
Bei diesem Spiel werden verschiedene Alltagsgeräusche vorgespielt oder selbst erzeugt.
Mögliche Beispiele:
- raschelndes Papier
- Schlüsselbund
- Wasserflasche
- klopfende Hände
- reißendes Papier
- öffnende Schachtel
Die Kinder hören aufmerksam zu und versuchen zu erraten, welches Geräusch sie wahrgenommen haben.
Anschließend beschreiben sie möglichst genau:
- wie sich das Geräusch anhört
- woher es kommen könnte
- womit es erzeugt wurde
- woran es sie erinnert
Förderung
Das Spiel unterstützt:
- auditive Wahrnehmung
- Sprachverständnis
- Wortschatz
- Konzentration
- Beschreibungsfähigkeit
- Merkfähigkeit
Gerade die genaue Wahrnehmung von Lauten spielt später auch beim Lesenlernen eine wichtige Rolle.
Geeignetes Alter
4 bis 10 Jahre
Praxistipp
Ich verwende häufig eine Augenbinde.
Dadurch konzentrieren sich die Kinder noch stärker auf das Hören.
Zusätzlich können die Kinder später selbst Geräusche erzeugen und die Gruppe raten lassen.
Das steigert die Motivation erheblich.
11. Fantasiereise mit Erzählen
So funktioniert das Spiel
Die Kinder setzen oder legen sich bequem hin.
Anschließend beginne ich eine kleine Fantasiereise.
Beispielsweise:
„Stell dir vor, du gehst durch einen geheimnisvollen Zauberwald.“
Während der Geschichte stelle ich immer wieder Fragen:
- Was siehst du?
- Welche Tiere begegnen dir?
- Wie riecht der Wald?
- Was findest du hinter dem großen Baum?
Die Kinder antworten mit ihren eigenen Ideen und gestalten die Geschichte aktiv mit.
Dadurch entwickelt jede Gruppe eine völlig andere Erzählung.
Viele Kinder genießen diese ruhige Form der Sprachförderung besonders.
Förderung
Gefördert werden:
- freies Sprechen
- Wortschatz
- Vorstellungskraft
- Kreativität
- Sprachverständnis
- Konzentration
Zusätzlich lernen Kinder, Gedanken ausführlich zu beschreiben.
Geeignetes Alter
5 bis 12 Jahre
Praxistipp
Ich lasse die Kinder die Fantasiereise anschließend malen.
Danach erzählen sie der Gruppe, was sie erlebt haben.
Dadurch entstehen weitere wertvolle Sprechanlässe.
12. Wörter sammeln nach Kategorien
So funktioniert das Spiel
Ein Thema wird vorgegeben.
Zum Beispiel:
- Tiere
- Obst
- Fahrzeuge
- Berufe
- Wald
- Meer
Nun sammeln die Kinder möglichst viele passende Wörter.
Jedes Kind darf nacheinander einen Begriff nennen.
Wer keinen Begriff mehr weiß, scheidet nicht aus, sondern darf weiter zuhören.
Dadurch bleibt der Druck gering.
Später können die Kinder zusätzlich jeden Begriff näher beschreiben.
Förderung
Das Spiel stärkt:
- Wortschatz
- Kategorisierung
- Merkfähigkeit
- Sprachverständnis
- Konzentration
- Denkflexibilität
Kinder entdecken dabei oft viele neue Wörter.
Geeignetes Alter
4 bis 12 Jahre
Praxistipp
Ich arbeite gerne mit Bildern.
Gerade jüngere Kinder profitieren davon, wenn sie Begriffe zusätzlich sehen können.
Außerdem lassen sich die Kategorien gut an aktuelle Projekte im Kindergarten anpassen.
13. Das Interview-Spiel
So funktioniert das Spiel
Die Kinder bilden Zweiergruppen.
Ein Kind übernimmt die Rolle des Reporters.
Das andere Kind wird interviewt.
Mögliche Fragen:
- Was ist dein Lieblingsessen?
- Welches Tier magst du besonders?
- Wovon träumst du?
- Was macht dir Spaß?
- Worauf bist du stolz?
Nach einigen Minuten werden die Rollen getauscht.
Anschließend dürfen die Kinder die Antworten vorstellen.
Förderung
Das Spiel unterstützt:
- Frageverhalten
- aktives Zuhören
- freie Sprache
- Selbstvertrauen
- soziale Kompetenz
- Gesprächsführung
Besonders zurückhaltende Kinder profitieren häufig von den klaren Gesprächsstrukturen.
Geeignetes Alter
5 bis 12 Jahre
Praxistipp
Ich beginne mit einfachen Fragen.
Später können die Kinder selbst Fragen entwickeln.
Das steigert die Eigeninitiative und fördert zusätzlich die Kreativität.
14. Der Satzbau-Meister
So funktioniert das Spiel
Mehrere Wortkarten werden vorbereitet.
Zum Beispiel:
- Hund
- rennt
- schnell
- durch
- den Park
Die Kinder versuchen nun, daraus vollständige Sätze zu bilden.
Später können die Sätze erweitert werden.
Aus:
„Der Hund rennt.“
wird:
„Der braune Hund rennt schnell durch den großen Park.“
Die Kinder entdecken spielerisch, wie Sprache aufgebaut ist.
Förderung
Gefördert werden:
- Satzbildung
- Grammatik
- Wortschatz
- Sprachverständnis
- Konzentration
- logisches Denken
Das Spiel eignet sich gut zur Vorbereitung auf schulische Anforderungen.
Geeignetes Alter
5 bis 10 Jahre
Praxistipp
Ich arbeite gerne mit lustigen Wortkombinationen.
Wenn plötzlich Dinosaurier Fahrrad fahren oder Elefanten Eis verkaufen, steigt die Motivation der Kinder meist sofort.
15. Die große Erfinderwerkstatt
So funktioniert das Spiel
Die Kinder erhalten die Aufgabe, eine völlig neue Erfindung zu entwickeln.
Mögliche Fragen:
- Wie sieht die Erfindung aus?
- Was kann sie?
- Wer benutzt sie?
- Wie funktioniert sie?
Die Kinder dürfen ihre Ideen malen und anschließend präsentieren.
Oft entstehen dabei außergewöhnliche Einfälle:
- fliegende Fahrräder
- sprechende Schuhe
- Hausaufgaben-Roboter
- Schokoladenmaschinen
Förderung
Dieses Spiel gehört zu den kreativsten Formen der Sprachförderung.
Gefördert werden:
- freies Erzählen
- Wortschatz
- Kreativität
- Präsentationsfähigkeit
- Selbstvertrauen
- Kommunikation
Kinder lernen, komplexe Ideen verständlich zu erklären.
Geeignetes Alter
5 bis 12 Jahre
Praxistipp
Ich lasse die Kinder ihre Erfindungen häufig der gesamten Gruppe vorstellen.
Die anderen Kinder dürfen Fragen stellen.
Dadurch entstehen oft lange Gespräche und viele zusätzliche Sprechanlässe.
Viele Kinder freuen sich besonders darüber, wenn ihre Erfindung ernst genommen wird und sie ausführlich darüber erzählen dürfen.
Wie begleiten Erwachsene ein Sprachspiel?
Hören Sie die Antwort zu Ende und lassen Sie einige Sekunden Zeit. Stellen Sie eine Frage, die zum Spiel passt: „Was passiert als Nächstes?“ ist beim Erzählen hilfreicher als mehrere schnelle Kontrollfragen. Wenn das Kind ein Wort sucht, bieten Sie es an und führen das Gespräch weiter.
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Beim Kaufmannsladen können Sie selbst eine Bestellung aufgeben. Beim Bilderbuch beschreiben Sie, was Sie entdecken. Das Kind darf darauf reagieren und eigene Themen einbringen. Auch eine kurze Antwort ist ein Beitrag; nicht jede Runde muss in einem langen Satz enden.
Mehrsprachigkeit berücksichtigen
Kinder dürfen Wörter aus ihren Sprachen verwenden. Fragen Sie nach der Bedeutung und knüpfen Sie daran an. Entscheidend ist, dass das Kind sich beteiligen kann. Die Anzahl deutscher Wörter in einer einzelnen Runde ist kein ausreichender Maßstab für seine gesamten sprachlichen Fähigkeiten.
Wenn ein Kind wenig sprechen möchte
Bieten Sie zuerst Zeigen, Auswählen oder gemeinsames Vormachen an. Eine vertraute Partnerperson kann den Einstieg erleichtern. Erzwingen Sie keine Vorführung vor der Gruppe. Bei anhaltenden Sorgen um Sprachentwicklung, Verstehen oder Hören ist eine fachliche Einschätzung sinnvoll; ein Spiel ersetzt sie nicht.
Zwei weitere Gesprächsanlässe ohne Vorbereitung
Der sprechende Ball
Ein weicher Ball wird weitergegeben. Wer ihn bekommt, darf ein Wort zum gewählten Thema nennen oder passen. Ältere Kinder ergänzen einen Satz. Rollen Sie den Ball, wenn Werfen die sprachliche Aufgabe überlagert.
Kaufmannsladen mit Alltagsgegenständen
Leere Verpackungen werden zur Auslage. Ein Kind bestellt, das andere fragt nach Menge oder Sorte. Spielen Sie einen kurzen Dialog vor und lassen Sie danach Raum für eigene Formulierungen. Beenden Sie die Runde, wenn nur noch Preisangaben abgefragt werden und das Gespräch stockt.





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