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Warum haftet der Magnet an der Büroklammer, aber nicht am Holzlöffel? In dieser Werkstatt stellen Vorschulkinder Vermutungen auf, prüfen Gegenstände und sortieren ihre Ergebnisse. Plane 35 Minuten für vier bis sechs Kinder ein; wichtiger als das richtige Wort ist der überprüfbare Versuch.
Material sorgfältig auswählen
Bereite große, kindersichere Stabmagnete mit geschlossener Ummantelung vor. Dazu kommen ein eiserner Gegenstand, ein Metallgegenstand aus Aluminium, Holz, Pappe, Kunststoff und Stoff. Nutze große Teile, keine losen Mini-Magnete. Knopfzellen und elektronische Geräte bleiben fern.
Prüfe alle Gegenstände selbst: Auch eine glänzende Oberfläche sagt nicht, ob sich der Gegenstand anziehen lässt. Ein Alulöffel kann beispielsweise anders reagieren als eine Büroklammer aus Stahl.
Versuch 1: Vermuten und testen
Lege sechs Gegenstände auf den Tisch. Jedes Kind legt zuerst einen Spielstein auf eines von zwei Feldern: „Der Magnet zieht an“ oder „Der Magnet zieht nicht an“. Danach testet ihr jeden Gegenstand einzeln. Wer anders vermutet hat, verschiebt seinen Stein. Das ist kein Fehler, sondern das Ergebnis einer Untersuchung.
Auf einem Blatt entstehen zwei Spalten. Jüngere Kinder legen die Gegenstände direkt darunter, ältere zeichnen je einen Gegenstand ein.
Versuch 2: Mit Abstand
Halte den Magneten erst direkt an eine geeignete Stahlklammer, dann ein kleines Stück entfernt. Was passiert? Lege anschließend ein Blatt Papier dazwischen und teste erneut. Verwende dieselbe Klammer, damit nur der Abstand beziehungsweise die Zwischenlage verändert wird.

Versuch 3: Magnetisches Aufräumen
Lege einige größere Stahlgegenstände und nichtmagnetische Teile in eine flache Wanne. Die Kinder sammeln mit einem Magneten nur das, was angezogen wird. Zähle mit ihnen die Fundstücke, aber stoppe den Versuch, wenn mehrere Kinder gleichzeitig in die Wanne greifen.
35-Minuten-Ablauf: 5 Minuten Material ansehen, 12 Minuten Vermuten und Testen, 8 Minuten Abstand untersuchen, 5 Minuten Sortierspiel, 5 Minuten Ergebnisse besprechen.
Worüber sich zu sprechen lohnt
„Sind alle Metalle magnetisch?“ Nein. Angezogen werden vor allem Eisen und bestimmte eisenhaltige Werkstoffe, außerdem zum Beispiel Nickel und Kobalt. Für die Vorschule genügt: Nicht alles, was wie Metall aussieht, wird vom Magneten angezogen. Formuliere keine vermeintliche Regel wie „Metall ist magnetisch“.

Zum Weiterforschen eignet sich die Ideensammlung zum konstruktiven Spiel. Dort steht das eigenständige Probieren im Mittelpunkt.
Wenn der Magnet scheinbar widersprüchlich reagiert
Teste vor Beginn, welche Gegenstände tatsächlich angezogen werden. Eine verchromte Oberfläche oder eine glänzende Münze sagt wenig über den Werkstoff darunter. Selbst zwei ähnlich aussehende Löffel können sich unterscheiden. Wenn ein Magnet kaum reagiert, tausche erst das Testmaterial aus, bevor du die Kinder eine falsche Vermutung über alle Metalle entwickeln lässt.
Lass die Kinder ihre Versuche in einer Tabelle festhalten: Gegenstand, Vermutung, Beobachtung. Ein Kreuz genügt. Nicht „magnetisch“ und „metallisch“ gleichsetzen: Die Beobachtung lautet zunächst nur, dass dieser Magnet diesen Gegenstand anzieht oder eben nicht.
Eine Materialauswahl, die überraschende Ergebnisse ermöglicht
Lege ein Stück Holz, eine Büroklammer aus Stahl, eine Kunststoffkappe, einen Aluminiumdeckel, ein Stück Stoff und einen ausreichend großen Eisennagel bereit. Der Nagel muss stumpf beziehungsweise sicher abgeschirmt sein und bleibt in der Hand der Fachkraft. Teste vorab, welche Dinge auf deinen Magneten reagieren. Falls ein Gegenstand anders aufgebaut ist als vermutet, tauschst du ihn aus.
Die Kinder können die Gegenstände zunächst beschreiben: Die Kappe ist glatt, der Stoff weich, der Deckel glänzt. Frage anschließend: „Glaubst du, dass unser Magnet daran hängen bleibt?“ Es ist völlig in Ordnung, wenn ein Kind sagt: „Ich weiß es nicht.“ Die Vermutung wird nicht bewertet. Erst danach wird tatsächlich ausprobiert.
Ein Beispiel für die Ergebnissammlung: Büroklammer – vermutet ja – beobachtet ja; Holzstück – vermutet nein – beobachtet nein; Aluminiumdeckel – vermutet ja – beobachtet nein. Diese Gegenüberstellung macht sichtbar, dass man Eigenschaften nicht allein am Aussehen erkennt.
Den zweiten Versuch richtig vergleichen
Halte die Büroklammer auf einem Tisch fest und nähere den Magneten langsam. Lasst die Kinder beobachten, ob sich die Klammer schon bewegt, bevor beide sich berühren. Die Beobachtung ist nicht bei jedem Magneten gleich deutlich. Eine größere Klammer oder ein schwächerer Magnet kann den Versuch verändern. Nutze deshalb beim Wiederholen denselben Magneten und dieselbe Klammer.
Lege danach ein Blatt Papier zwischen Magnet und Klammer. Frage: „Wird die Klammer immer noch angezogen?“ Schiebe den Magneten langsam über dem Blatt hin und her. Wenn es funktioniert, können die Kinder den Weg der Klammer mit einem Bleistift auf dem Papier markieren. Klappt es nicht, verringere die Dicke der Zwischenlage und prüfe die Stärke des Magneten. Das Papier macht die Magnetkraft nicht grundsätzlich unwirksam; ein größerer Abstand kann die Wirkung aber zu schwach werden lassen.
Häufige Irrtümer beim Magnetspiel
„Alles, was glänzt, ist magnetisch.“ Stelle zwei glänzende Materialien nebeneinander, die unterschiedlich reagieren. Kinder sehen selbst, dass Glanz keine gute Prüfmethode ist.
„Der Magnet zieht alles aus Metall an.“ Sage lieber: „Dieser Magnet zieht bestimmte Metalle an, besonders Eisen beziehungsweise manche eisenhaltige Stoffe.“ Nicht alle Stahlarten reagieren gleich.
„Mein Versuch war falsch.“ Trenne Vermutung und Beobachtung. Eine Vermutung darf sich als unzutreffend erweisen; genau dafür habt ihr den Versuch gemacht. Kinder können die Ergebniskarte selbst berichtigen.
Eine kleine Prüfstation für den nächsten Tag
Stelle drei neue, vorher getestete Gegenstände bereit. Die Kinder arbeiten paarweise: Eine Person legt die Vermutungskarte, die andere führt den Test durch. Danach tauschen sie die Rollen. Wer bereits sicher zwischen Beobachtung und Vermutung unterscheidet, kann erklären, warum der Magnet an einem Gegenstand nicht haftet. Er muss dafür keine Werkstoffnamen auswendig lernen.
Bewahre Magnete nach dem Angebot verschlossen und unzugänglich auf. Bei beschädigten Magneten oder abgeplatzten Teilen endet die Verwendung sofort. Auch magnetempfindliche medizinische Geräte und elektronische Gegenstände gehören nicht in die Nähe der Versuchsfläche.




