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ADHS-Spiele ohne Material lassen sich mit Stimme, Bewegung und einfachen Regeln spielen: Stoppsignal, Spiegelspiel oder eine kurze Zahlenkette. Wählen Sie zunächst eine Idee und zeigen Sie den Ablauf. Das Kind muss dafür weder still sitzen noch möglichst schnell reagieren.
Welche materialfreien Spiele passen gerade?
Eine bewegte Runde braucht freie Fläche. Ein Hörspiel braucht eine Umgebung, in der das Signal gut zu hören ist. Nach einem anstrengenden Tag kann auch eine Pause die passendere Wahl sein. Fragen Sie das Kind, ob es spielen möchte, und vereinbaren Sie ein Ende.
Die Schwierigkeit anpassen
Starten Sie mit einer Regel. Beim Stoppsignal genügt zunächst „Gehen – Stopp“. Farbwörter, Richtungswechsel oder eine zusätzliche Merkaufgabe kommen erst später hinzu. Bei Bedarf wird im Sitzen gespielt oder eine vertraute Person macht die Bewegung mit.
Die übergeordnete Übersicht Spiele für Kinder mit ADHS hilft bei der Auswahl verschiedener Spielarten. Wenn Aufmerksamkeit die zentrale Aufgabe sein soll, finden Sie auch Konzentrationsspiele bei ADHS mit und ohne Material.
Die 15 besten Spiele für Kinder mit ADHS ohne Material
1. Stoppsignal

So funktioniert das Spiel
Das Stoppsignal gehört zu den einfachsten und gleichzeitig wirkungsvollsten Spielen für Kinder mit ADHS. Gerade weil die Regeln leicht verständlich sind und keine Materialien benötigt werden, lässt sich das Spiel praktisch überall einsetzen – im Kindergarten, in der Schule, auf dem Spielplatz oder zuhause im Wohnzimmer.
Zu Beginn bewegen sich die Kinder frei durch den Raum. Dabei dürfen sie ganz unterschiedliche Bewegungsformen nutzen. Sie können laufen, hüpfen, auf Zehenspitzen gehen, sich drehen, schleichen oder sogar kleine Fantasiebewegungen ausführen. Wichtig ist, dass die Kinder zunächst ausreichend Gelegenheit haben, ihren natürlichen Bewegungsdrang auszuleben.
Nach kurzer Zeit gibt die Spielleitung ein vorher vereinbartes Signal. Sobald dieses Signal ertönt, müssen alle Kinder ihre Bewegung sofort stoppen und wie eingefroren stehen bleiben. Arme, Beine und der gesamte Körper sollen möglichst still bleiben.
Als Signale eignen sich beispielsweise:
- einmaliges Klatschen
- zweimaliges Klatschen
- ein Fingerschnippen
- das Wort „Stopp“
- das Wort „Statue“
- ein Tiergeräusch
- ein kurzes Pfeifen
- ein Glockenton
Nachdem die Kinder einige Sekunden stillgestanden haben, gibt die Spielleitung ein neues Signal zum Weitermachen. Anschließend bewegen sich alle Kinder wieder frei durch den Raum.
Besonders spannend wird das Spiel, wenn die Signale in unterschiedlichen Zeitabständen erfolgen. Mal kommt das Stoppsignal bereits nach wenigen Sekunden, mal erst nach einer längeren Bewegungsphase. Dadurch müssen die Kinder dauerhaft aufmerksam bleiben.
Mit zunehmender Übung kann das Spiel erweitert werden. Die Kinder müssen dann beim Stoppsignal beispielsweise:
- auf einem Bein stehen bleiben
- die Arme ausstrecken
- wie eine Statue aussehen
- eine Tierfigur darstellen
- wie ein Roboter einfrieren
Dadurch entstehen immer wieder neue Herausforderungen, die das Spiel interessant halten und gleichzeitig die Aufmerksamkeit fördern.
Förderung
Das Stoppsignal trainiert mehrere wichtige Fähigkeiten gleichzeitig. Besonders gefördert werden:
- Impulskontrolle
- Aufmerksamkeit
- Konzentration
- Körperkontrolle
- Reaktionsfähigkeit
- Selbstregulation
- Gleichgewicht
- Wahrnehmung
Kinder mit ADHS lernen dabei, ihre Handlungen bewusst zu unterbrechen und auf äußere Signale zu reagieren. Diese Fähigkeit spielt auch im Alltag eine wichtige Rolle, beispielsweise im Straßenverkehr, im Unterricht oder im Umgang mit anderen Kindern.
Geeignetes Alter
Ab 3 Jahren.
Praxistipp
In meiner Erfahrung reagieren Kinder besonders positiv auf kreative Varianten des Spiels. Statt immer nur „Stopp“ zu rufen, kann die Spielleitung verschiedene Themenwelten einbauen.
Beispiele:
- Dinosaurier-Spiel: Beim Signal werden alle zu versteinerten Dinosauriern.
- Weltraum-Spiel: Die Kinder frieren wie Astronauten im Weltall ein.
- Tier-Spiel: Beim Signal verwandeln sich alle in Tiere und müssen in ihrer Haltung verharren.
- Superhelden-Spiel: Die Kinder nehmen eine typische Superhelden-Pose ein.
Dadurch bleibt das Spiel langfristig spannend und wird auch nach vielen Wiederholungen nicht langweilig. Gerade Kinder mit ADHS profitieren davon, wenn bekannte Strukturen mit neuen fantasievollen Elementen kombiniert werden.
Förderung
Dieses Spiel fördert besonders:
- Impulskontrolle
- Aufmerksamkeit
- Konzentration
- Körperkontrolle
- Reaktionsfähigkeit
Viele Kinder mit ADHS profitieren davon, weil sie lernen, ihre Bewegungen gezielt zu steuern.
Unser Tipp:
2. Der schlafende Löwe
So funktioniert das Spiel
Ein Kind liegt als schlafender Löwe auf dem Boden. Die anderen Kinder versuchen möglichst leise an ihm vorbeizugehen.
Hört der Löwe ein Geräusch, darf er die Augen öffnen und in die Richtung zeigen. Das entdeckte Kind beginnt erneut.
Viele Kinder empfinden dieses Spiel als spannende Herausforderung.
Förderung
Gefördert werden:
- Konzentration
- Körperkontrolle
- Geduld
- Hörwahrnehmung
- Aufmerksamkeit
Gerade für Kinder mit ADHS ist es hilfreich, bewusst langsam und kontrolliert zu handeln.
Geeignetes Alter
Ab 4 Jahren.
Praxistipp
Dieses Spiel eignet sich gut nach aktiven Bewegungsphasen, um wieder Ruhe in die Gruppe zu bringen.
3. Tierbewegungen
So funktioniert das Spiel
Die Spielleitung nennt verschiedene Tiere.
Die Kinder bewegen sich entsprechend:
- Frosch = hüpfen
- Elefant = stampfen
- Katze = schleichen
- Vogel = flattern
- Känguru = springen
Zusätzlich können passende Tiergeräusche eingebaut werden.
Förderung
Das Spiel unterstützt:
- Motorik
- Körperwahrnehmung
- Kreativität
- Sprachentwicklung
- Aufmerksamkeit
Die Kinder können ihren Bewegungsdrang sinnvoll nutzen.
Geeignetes Alter
Ab 2 Jahren.
Praxistipp
Kinder dürfen selbst Tiere auswählen. Dadurch steigt die Motivation deutlich.
4. Bewegungs-Memory
So funktioniert das Spiel
Ein Kind macht eine Bewegung vor.
Zum Beispiel:
- klatschen
- hüpfen
- drehen
Das nächste Kind wiederholt diese Bewegung und ergänzt eine weitere.
Jedes weitere Kind wiederholt die gesamte Bewegungsfolge und fügt eine neue Bewegung hinzu.
So entsteht eine immer längere Bewegungsreihe.
Förderung
Gefördert werden:
- Gedächtnis
- Konzentration
- Aufmerksamkeit
- Merkfähigkeit
- Motorik
Viele Kinder erleben hier schnelle Erfolgserlebnisse.
Geeignetes Alter
Ab 5 Jahren.
Praxistipp
Zu Beginn reichen drei bis vier Bewegungen völlig aus. Der Schwierigkeitsgrad kann später langsam gesteigert werden.
5. Die Bewegungsampel
So funktioniert das Spiel
Die Spielleitung übernimmt die Rolle einer Ampel.
Kommandos:
- Grün = laufen
- Gelb = langsam gehen
- Rot = stehen bleiben
Später können weitere Farben ergänzt werden:
- Blau = hüpfen
- Orange = drehen
- Lila = schleichen
Die Kinder müssen aufmerksam zuhören und schnell reagieren.
Förderung
Gefördert werden:
- Aufmerksamkeit
- Impulskontrolle
- Reaktionsvermögen
- Regelverständnis
- Konzentration
Kinder mit ADHS trainieren dabei spielerisch ihre Selbststeuerung.
Geeignetes Alter
Ab 3 Jahren.
Praxistipp
In meiner Erfahrung reagieren Kinder besonders positiv, wenn sie später selbst die Rolle der Ampel übernehmen dürfen.
6. Der geheime Anführer
So funktioniert das Spiel
Ein Kind verlässt kurz den Raum oder schließt die Augen. Die übrigen Kinder bestimmen heimlich einen Anführer.
Der Anführer beginnt nun mit verschiedenen Bewegungen:
- klatschen
- stampfen
- Arme heben
- hüpfen
- drehen
Die anderen Kinder machen die Bewegungen nach. Das zurückkehrende Kind muss herausfinden, wer die Bewegungen vorgibt.
Viele Kinder mit ADHS lieben dieses Spiel, weil sie aktiv beobachten und gleichzeitig mitmachen dürfen.
Förderung
Dieses Spiel stärkt:
- Aufmerksamkeit
- Beobachtungsgabe
- Konzentration
- soziale Wahrnehmung
- Impulskontrolle
Kinder lernen dabei, genau hinzusehen und sich auf eine Aufgabe zu fokussieren.
Geeignetes Alter
Ab 5 Jahren.
Praxistipp
7. Geräusche erkennen
So funktioniert das Spiel
Die Kinder sitzen im Kreis und schließen die Augen.
Nun erzeugt die Spielleitung verschiedene Geräusche.
Zum Beispiel:
- klatschen
- schnipsen
- auf den Tisch klopfen
- mit den Füßen stampfen
- summen
Die Kinder müssen erraten, welches Geräusch sie gehört haben.
Später dürfen auch die Kinder selbst Geräusche erzeugen.
Förderung
Gefördert werden:
- Hörwahrnehmung
- Konzentration
- Aufmerksamkeit
- Geduld
- Merkfähigkeit
Kinder mit ADHS profitieren häufig davon, ihre Aufmerksamkeit gezielt auf einen Sinneskanal zu richten.
Geeignetes Alter
Ab 4 Jahren.
Praxistipp
Die Schwierigkeit kann erhöht werden, indem mehrere Geräusche nacheinander abgespielt werden.
8. Spiegelspiel
So funktioniert das Spiel
Jeweils zwei Kinder stehen sich gegenüber.
Ein Kind macht Bewegungen vor, das andere spiegelt diese möglichst genau.
Beispiele:
- Arme bewegen
- hüpfen
- drehen
- Grimassen schneiden
- balancieren
Nach kurzer Zeit werden die Rollen getauscht.
Förderung
Das Spiel fördert:
- Konzentration
- Beobachtungsgabe
- Motorik
- soziale Wahrnehmung
- Körperkontrolle
Besonders Kinder mit ADHS lernen dabei, ihre Aufmerksamkeit auf eine andere Person zu richten.
Geeignetes Alter
Ab 4 Jahren.
Praxistipp
Langsame Bewegungen erhöhen den Schwierigkeitsgrad und fördern die Genauigkeit.
9. Bewegungsreise
So funktioniert das Spiel
Die Spielleitung erzählt eine Geschichte.
Die Kinder setzen alle beschriebenen Situationen durch Bewegungen um.
Beispiel:
„Wir laufen durch einen Wald.“
→ Die Kinder laufen auf der Stelle.
„Vor uns liegt ein Fluss.“
→ Die Kinder springen darüber.
„Wir klettern auf einen Berg.“
→ Die Kinder machen Kletterbewegungen.
„Jetzt begegnen wir einem Bären.“
→ Die Kinder schleichen vorsichtig davon.
In meiner Erfahrung reagieren Kinder mit ADHS besonders positiv auf fantasievolle Geschichten.
Förderung
Gefördert werden:
- Sprachverständnis
- Konzentration
- Fantasie
- Motorik
- Aufmerksamkeit
Die Kinder verbinden Zuhören unmittelbar mit Bewegung.
Geeignetes Alter
Ab 3 Jahren.
Praxistipp
Kinder dürfen Teile der Geschichte selbst weitererzählen. Dadurch entsteht noch mehr Beteiligung.
10. Die magische Statue
So funktioniert das Spiel
Die Kinder bewegen sich frei durch den Raum.
Sobald die Spielleitung „Statue!“ ruft, müssen alle Kinder sofort erstarren und sich nicht mehr bewegen.
Wer besonders ruhig stehen bleibt, darf die nächste Bewegung vormachen.
Später können zusätzliche Aufgaben ergänzt werden:
- Statue wie ein Tier
- Statue wie ein Superheld
- Statue wie ein Baum
- Statue wie ein Roboter
Förderung
Dieses Spiel unterstützt:
- Impulskontrolle
- Körperkontrolle
- Konzentration
- Aufmerksamkeit
- Reaktionsfähigkeit
Viele Kinder mit ADHS erleben dabei kleine Erfolgserlebnisse, wenn sie es schaffen, einige Sekunden ruhig zu verharren.
Geeignetes Alter
Ab 3 Jahren.
Praxistipp
11. Wer fehlt?
So funktioniert das Spiel
Alle Kinder sitzen oder stehen im Kreis und schließen die Augen. Die Spielleitung tippt ein Kind leise an. Dieses Kind versteckt sich anschließend möglichst unauffällig oder verlässt kurz den Raum.
Nun öffnen die anderen Kinder die Augen und müssen herausfinden, welches Kind fehlt.
Viele Kinder mit ADHS mögen dieses Spiel besonders gerne, weil sie aufmerksam beobachten und sich gleichzeitig aktiv beteiligen dürfen.
Förderung
Gefördert werden:
- Wahrnehmung
- Konzentration
- Gedächtnis
- Aufmerksamkeit
- soziale Wahrnehmung
Kinder lernen dabei, ihre Umgebung bewusster wahrzunehmen und Details schneller zu erkennen.
Geeignetes Alter
Ab 4 Jahren.
Praxistipp
Bei jüngeren Kindern sollte die Gruppe nicht zu groß sein. Dadurch fällt das Erkennen leichter und Frustration wird vermieden.
12. Der Bewegungsdirigent
So funktioniert das Spiel
Ein Kind übernimmt die Rolle des Dirigenten und steht vor der Gruppe.
Es gibt verschiedene Bewegungen vor:
- hüpfen
- klatschen
- stampfen
- schleichen
- drehen
Die anderen Kinder folgen den Anweisungen.
Nach kurzer Zeit übernimmt ein anderes Kind die Leitung.
Förderung
Gefördert werden:
- Selbstvertrauen
- Konzentration
- soziale Kompetenzen
- Aufmerksamkeit
- Kreativität
Kinder lernen dabei sowohl das Führen als auch das Folgen.
Geeignetes Alter
Ab 4 Jahren.
Praxistipp
Auch eher zurückhaltende Kinder sollten gelegentlich die Rolle des Dirigenten übernehmen dürfen.
13. Gemeinsam zählen
So funktioniert das Spiel
Die Gruppe versucht gemeinsam bis zehn zu zählen.
Der Haken dabei:
Niemand darf festlegen, wer welche Zahl sagt.
Die Kinder müssen aufmerksam zuhören und spüren, wann sie an der Reihe sind.
Sprechen zwei Kinder gleichzeitig, beginnt die Gruppe wieder bei Eins.
Dieses Spiel wirkt auf den ersten Blick einfach, stellt aber hohe Anforderungen an Aufmerksamkeit und Impulskontrolle.
Förderung
Das Spiel fördert:
- Konzentration
- Zuhören
- Impulskontrolle
- Geduld
- soziale Wahrnehmung
Viele Kinder lernen dabei, ihre eigenen Impulse besser zu steuern.
Geeignetes Alter
Ab 5 Jahren.
Praxistipp
Zu Beginn kann zunächst nur bis fünf gezählt werden.
14. Die stille Minute
So funktioniert das Spiel
Die Kinder sitzen bequem im Kreis.
Nun versuchen alle gemeinsam für kurze Zeit möglichst ruhig zu sein und bewusst auf Geräusche in ihrer Umgebung zu achten.
Anschließend erzählen die Kinder:
- Was habe ich gehört?
- Welche Geräusche waren laut?
- Welche Geräusche waren leise?
Dieses Spiel eignet sich gut für Kinder, die häufig unter einer Reizüberflutung leiden.
Förderung
Gefördert werden:
- Wahrnehmung
- Konzentration
- Selbstregulation
- Achtsamkeit
- Aufmerksamkeit
Kinder lernen dabei, ihren Fokus bewusst zu lenken.
Geeignetes Alter
Ab 4 Jahren.
Praxistipp
Die Übungsdauer sollte anfangs nur 20 bis 30 Sekunden betragen.
15. Die Team-Challenge
So funktioniert das Spiel
Die Kinder erhalten eine gemeinsame Aufgabe.
Zum Beispiel:
- Alle müssen gleichzeitig aufstehen.
- Alle müssen gleichzeitig sitzen.
- Alle müssen gemeinsam eine bestimmte Bewegung ausführen.
- Alle müssen ohne Absprachen eine Reihenfolge bilden.
Das Ziel besteht darin, gemeinsam eine Lösung zu finden.
Förderung
Gefördert werden:
- Teamfähigkeit
- Kommunikation
- soziale Kompetenzen
- Konzentration
- Problemlösung
Kinder erleben, dass Zusammenarbeit oft erfolgreicher ist als Konkurrenz.
Geeignetes Alter
Ab 5 Jahren.
Praxistipp
Loben Sie vor allem die Zusammenarbeit und nicht das Ergebnis.
So unterstütze ich Kinder mit ADHS im Alltag
Spiele sind eine wertvolle Unterstützung. Sie ersetzen jedoch keine gute Begleitung im Alltag.
Kleine Rituale helfen
Kinder mit ADHS profitieren häufig von klaren Strukturen.
Rituale geben:
- Orientierung
- Sicherheit
- Vorhersehbarkeit
- Stabilität
Deshalb beginne ich viele Angebote mit einem festen Ablauf.
Beispiele:
- Begrüßungsritual
- Bewegungslied
- kurzer Reim
- gemeinsame Startbewegung
Kinder wissen dadurch sofort, was sie erwartet.
Bewegung sinnvoll integrieren
Viele Kinder mit ADHS benötigen regelmäßige Bewegungsmöglichkeiten.
Statt Bewegung ständig einzuschränken, versuche ich sie gezielt einzubauen.
Zum Beispiel:
- kurze Bewegungspausen
- Laufaufträge
- Bewegungsreime
- aktive Übergänge
Lob statt Druck
Kinder mit ADHS erleben häufig Kritik.
Deshalb sind positive Rückmeldungen besonders wichtig.
Hilfreiche Aussagen sind:
- „Das hast du heute toll geschafft.“
- „Du warst sehr aufmerksam.“
- „Ich habe gesehen, wie konzentriert du gearbeitet hast.“
- „Das war eine gute Idee.“
Positive Rückmeldungen stärken Motivation und Selbstvertrauen deutlich stärker als ständige Korrekturen.
Wiederholungen nutzen
Viele Kinder lieben bekannte Abläufe.
Wiederholungen schaffen:
- Sicherheit
- Erfolgserlebnisse
- Orientierung
Deshalb wiederhole ich erfolgreiche Spiele regelmäßig.
Kinder erleben dadurch, dass sie Fortschritte machen.
Motivation erhalten
Nicht jedes Spiel begeistert jedes Kind.
Hilfreich sind:
- Mitbestimmung
- Fantasiegeschichten
- Tierrollen
- kleine Herausforderungen
- Lob und Anerkennung
Viele Kinder freuen sich besonders darüber, eigene Ideen einbringen zu dürfen.
Häufige Fehler vermeiden
Spiele für Kinder mit ADHS können eine enorme Unterstützung sein. Gleichzeitig gibt es einige typische Fehler, die dazu führen können, dass Kinder überfordert werden oder die gewünschte Wirkung ausbleibt.
1. Zu lange Spielzeiten wählen
Beschreibung
Viele Erwachsene verlängern Spiele, obwohl die Aufmerksamkeit der Kinder bereits nachlässt.
Auswirkungen
Kinder werden unruhig, verlieren die Motivation und schalten innerlich ab.
Bessere Alternative
Lieber mehrere kurze Spielrunden durchführen als ein einziges langes Spiel.
Besonders Kinder mit ADHS profitieren häufig von Spielphasen zwischen fünf und zehn Minuten.
2. Zu komplizierte Regeln erklären
Beschreibung
Manche Spiele werden mit langen Erklärungen eingeführt.
Auswirkungen
Viele Kinder verlieren bereits vor Spielbeginn die Aufmerksamkeit.
Bessere Alternative
Regeln kurz erklären und direkt ausprobieren lassen.
Kinder lernen häufig schneller durch eigenes Handeln.
3. Bewegungsdrang unterdrücken
Beschreibung
Kinder sollen ständig stillsitzen und sich möglichst wenig bewegen.
Auswirkungen
Die innere Unruhe nimmt häufig zu.
Bessere Alternative
Bewegung bewusst zulassen und sinnvoll integrieren.
4. Zu viel Wettbewerb erzeugen
Beschreibung
Viele Spiele konzentrieren sich ausschließlich auf Gewinner und Verlierer.
Auswirkungen
Frustration und Konflikte können entstehen.
Bessere Alternative
Regelmäßig kooperative Spiele einsetzen.
5. Kinder ständig korrigieren
Beschreibung
Jede kleine Abweichung wird sofort kommentiert.
Auswirkungen
Kinder verlieren Selbstvertrauen.
Bessere Alternative
Fortschritte stärker beachten als Fehler.
6. Zu viele Reize gleichzeitig anbieten
Beschreibung
Laute Musik, viele Anweisungen und zusätzliche Materialien wirken gleichzeitig auf die Kinder ein.
Auswirkungen
Kinder mit ADHS fühlen sich schnell überfordert.
Bessere Alternative
Klare und übersichtliche Spielsituationen schaffen.
7. Erfolgserlebnisse vergessen
Beschreibung
Nur Fehler werden wahrgenommen.
Auswirkungen
Die Motivation sinkt.
Bessere Alternative
Kleine Fortschritte bewusst loben.
8. Keine Wahlmöglichkeiten bieten
Beschreibung
Kinder dürfen nie mitentscheiden.
Auswirkungen
Die Beteiligung nimmt ab.
Bessere Alternative
Kinder gelegentlich Spiele auswählen oder verändern lassen.
9. Unterschiedliche Bedürfnisse ignorieren
Beschreibung
Alle Kinder sollen gleich reagieren.
Auswirkungen
Einige Kinder fühlen sich überfordert.
Bessere Alternative
Spiele flexibel anpassen.
10. Zu schnell aufgeben
Beschreibung
Ein Spiel wird nach einem misslungenen Versuch sofort verworfen.
Auswirkungen
Kinder verlieren wertvolle Lernchancen.
Bessere Alternative
Spiele mehrfach ausprobieren und gegebenenfalls vereinfachen.
Weitere kurze Ideen ohne Material
Bewegungen weitergeben
Eine Person zeigt eine kleine Bewegung. Die nächste macht sie nach und ergänzt auf Wunsch eine zweite. In einer leichten Variante bleibt es bei einer Bewegung. Lassen Sie keinen langen Durchgang entstehen, während die anderen warten; zwei oder drei Personen reichen.
Farb- und Formsucher
Nennen Sie eine Farbe oder Form. Das Kind zeigt auf einen passenden Gegenstand im Raum, ohne ihn holen zu müssen. Danach stellt es selbst die Aufgabe. Vereinbaren Sie, ob Dinge mehrfach genannt werden dürfen. Es gibt keine Zeitmessung.
Zahlenkette im Stehen
Zählen Sie abwechselnd bis zu einer vorher festgelegten Zahl. Ein langsamer Schritt kann die eigene Zahl begleiten. Beginnen Sie mit einem kleinen Zahlenraum. Wer die Folge verliert, startet gemeinsam neu; niemand ist schuld am Abbruch.
Ein gedachter Ballon
Die Hände zeigen einen kleinen Ballon, der beim normalen Einatmen etwas größer und beim Ausatmen kleiner wird. Atmen Sie bequem, ohne Luft anzuhalten oder besonders tief zu atmen. Das Kind darf nur die Handbewegung mitmachen. Bei Unbehagen endet die Runde.
Der wandernden Hand folgen
Eine Person bewegt ihre Hand langsam von links nach rechts. Die andere folgt der Bewegung mit dem Blick oder mit der eigenen Hand. Abstand, Tempo und Dauer werden gemeinsam gewählt. Blickkontakt und langes Fixieren werden nicht eingefordert.
Häufige Fragen zu ADHS-Spielen ohne Material
Wie lange sollte ein Spiel dauern?
Planen Sie eine kurze Runde mit einem klaren Ende. Wenige Minuten können ausreichen; das ist keine feste Aufmerksamkeitsspanne. Wenn Interesse und Wohlbefinden nachlassen, wird unterbrochen.
Was tun, wenn ein Kind sehr unruhig ist?
Prüfen Sie zuerst, ob es gerade spielen möchte und ob die Umgebung passt. Eine Bewegung vormachen oder eine Regel vereinfachen kann helfen. Unruhe ist kein Anlass, ein Kind aus der Gruppe auszuschließen.
Können Geschwister mitspielen?
Ja, wenn der Ablauf für alle verständlich bleibt. Unterschiedliche Hilfen sind erlaubt. Wählen Sie Kooperation statt eines Vergleichs, wer schneller stoppt oder länger durchhält.
Ersetzen die Spiele eine Behandlung?
Nein. Welche Unterstützung ein Kind mit ADHS benötigt, wird individuell mit Fachpersonen geklärt. Das IQWiG beschreibt die Möglichkeiten der ADHS-Behandlung. Die hier genannten Spiele sind gemeinsame Freizeit- und Übungsangebote.





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