Spiele für Kinder mit ADHS ohne Material: 20 Ideen

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ADHS-Spiele ohne Material lassen sich mit Stimme, Bewegung und einfachen Regeln spielen: Stoppsignal, Spiegelspiel oder eine kurze Zahlenkette. Wählen Sie zunächst eine Idee und zeigen Sie den Ablauf. Das Kind muss dafür weder still sitzen noch möglichst schnell reagieren.

Welche materialfreien Spiele passen gerade?

Eine bewegte Runde braucht freie Fläche. Ein Hörspiel braucht eine Umgebung, in der das Signal gut zu hören ist. Nach einem anstrengenden Tag kann auch eine Pause die passendere Wahl sein. Fragen Sie das Kind, ob es spielen möchte, und vereinbaren Sie ein Ende.

Die Schwierigkeit anpassen

Starten Sie mit einer Regel. Beim Stoppsignal genügt zunächst „Gehen – Stopp“. Farbwörter, Richtungswechsel oder eine zusätzliche Merkaufgabe kommen erst später hinzu. Bei Bedarf wird im Sitzen gespielt oder eine vertraute Person macht die Bewegung mit.

Ohne Leistungsdruck: Niemand scheidet nach einem Fehler aus. Eine kurze Runde kann jederzeit beendet oder vereinfacht werden. Diese Ideen sind keine ADHS-Behandlung.

Die übergeordnete Übersicht Spiele für Kinder mit ADHS hilft bei der Auswahl verschiedener Spielarten. Wenn Aufmerksamkeit die zentrale Aufgabe sein soll, finden Sie auch Konzentrationsspiele bei ADHS mit und ohne Material.

Die 15 besten Spiele für Kinder mit ADHS ohne Material

1. Stoppsignal

Stoppsignal für Kinder mit ADHS
Stoppsignal für Kinder mit ADHS

So funktioniert das Spiel

Das Stoppsignal gehört zu den einfachsten und gleichzeitig wirkungsvollsten Spielen für Kinder mit ADHS. Gerade weil die Regeln leicht verständlich sind und keine Materialien benötigt werden, lässt sich das Spiel praktisch überall einsetzen – im Kindergarten, in der Schule, auf dem Spielplatz oder zuhause im Wohnzimmer.

Zu Beginn bewegen sich die Kinder frei durch den Raum. Dabei dürfen sie ganz unterschiedliche Bewegungsformen nutzen. Sie können laufen, hüpfen, auf Zehenspitzen gehen, sich drehen, schleichen oder sogar kleine Fantasiebewegungen ausführen. Wichtig ist, dass die Kinder zunächst ausreichend Gelegenheit haben, ihren natürlichen Bewegungsdrang auszuleben.

Nach kurzer Zeit gibt die Spielleitung ein vorher vereinbartes Signal. Sobald dieses Signal ertönt, müssen alle Kinder ihre Bewegung sofort stoppen und wie eingefroren stehen bleiben. Arme, Beine und der gesamte Körper sollen möglichst still bleiben.

Als Signale eignen sich beispielsweise:

  • einmaliges Klatschen
  • zweimaliges Klatschen
  • ein Fingerschnippen
  • das Wort „Stopp“
  • das Wort „Statue“
  • ein Tiergeräusch
  • ein kurzes Pfeifen
  • ein Glockenton

Nachdem die Kinder einige Sekunden stillgestanden haben, gibt die Spielleitung ein neues Signal zum Weitermachen. Anschließend bewegen sich alle Kinder wieder frei durch den Raum.

Besonders spannend wird das Spiel, wenn die Signale in unterschiedlichen Zeitabständen erfolgen. Mal kommt das Stoppsignal bereits nach wenigen Sekunden, mal erst nach einer längeren Bewegungsphase. Dadurch müssen die Kinder dauerhaft aufmerksam bleiben.

Mit zunehmender Übung kann das Spiel erweitert werden. Die Kinder müssen dann beim Stoppsignal beispielsweise:

  • auf einem Bein stehen bleiben
  • die Arme ausstrecken
  • wie eine Statue aussehen
  • eine Tierfigur darstellen
  • wie ein Roboter einfrieren

Dadurch entstehen immer wieder neue Herausforderungen, die das Spiel interessant halten und gleichzeitig die Aufmerksamkeit fördern.

Förderung

Das Stoppsignal trainiert mehrere wichtige Fähigkeiten gleichzeitig. Besonders gefördert werden:

  • Impulskontrolle
  • Aufmerksamkeit
  • Konzentration
  • Körperkontrolle
  • Reaktionsfähigkeit
  • Selbstregulation
  • Gleichgewicht
  • Wahrnehmung

Kinder mit ADHS lernen dabei, ihre Handlungen bewusst zu unterbrechen und auf äußere Signale zu reagieren. Diese Fähigkeit spielt auch im Alltag eine wichtige Rolle, beispielsweise im Straßenverkehr, im Unterricht oder im Umgang mit anderen Kindern.

Geeignetes Alter

Ab 3 Jahren.

Praxistipp

In meiner Erfahrung reagieren Kinder besonders positiv auf kreative Varianten des Spiels. Statt immer nur „Stopp“ zu rufen, kann die Spielleitung verschiedene Themenwelten einbauen.

Beispiele:

  • Dinosaurier-Spiel: Beim Signal werden alle zu versteinerten Dinosauriern.
  • Weltraum-Spiel: Die Kinder frieren wie Astronauten im Weltall ein.
  • Tier-Spiel: Beim Signal verwandeln sich alle in Tiere und müssen in ihrer Haltung verharren.
  • Superhelden-Spiel: Die Kinder nehmen eine typische Superhelden-Pose ein.

Dadurch bleibt das Spiel langfristig spannend und wird auch nach vielen Wiederholungen nicht langweilig. Gerade Kinder mit ADHS profitieren davon, wenn bekannte Strukturen mit neuen fantasievollen Elementen kombiniert werden.

Förderung

Dieses Spiel fördert besonders:

  • Impulskontrolle
  • Aufmerksamkeit
  • Konzentration
  • Körperkontrolle
  • Reaktionsfähigkeit

Viele Kinder mit ADHS profitieren davon, weil sie lernen, ihre Bewegungen gezielt zu steuern.

Unser Tipp:


2. Der schlafende Löwe

So funktioniert das Spiel

Ein Kind liegt als schlafender Löwe auf dem Boden. Die anderen Kinder versuchen möglichst leise an ihm vorbeizugehen.

Hört der Löwe ein Geräusch, darf er die Augen öffnen und in die Richtung zeigen. Das entdeckte Kind beginnt erneut.

Viele Kinder empfinden dieses Spiel als spannende Herausforderung.

Förderung

Gefördert werden:

  • Konzentration
  • Körperkontrolle
  • Geduld
  • Hörwahrnehmung
  • Aufmerksamkeit

Gerade für Kinder mit ADHS ist es hilfreich, bewusst langsam und kontrolliert zu handeln.

Geeignetes Alter

Ab 4 Jahren.

Praxistipp

Dieses Spiel eignet sich gut nach aktiven Bewegungsphasen, um wieder Ruhe in die Gruppe zu bringen.


3. Tierbewegungen

So funktioniert das Spiel

Die Spielleitung nennt verschiedene Tiere.

Die Kinder bewegen sich entsprechend:

  • Frosch = hüpfen
  • Elefant = stampfen
  • Katze = schleichen
  • Vogel = flattern
  • Känguru = springen

Zusätzlich können passende Tiergeräusche eingebaut werden.

Förderung

Das Spiel unterstützt:

  • Motorik
  • Körperwahrnehmung
  • Kreativität
  • Sprachentwicklung
  • Aufmerksamkeit

Die Kinder können ihren Bewegungsdrang sinnvoll nutzen.

Geeignetes Alter

Ab 2 Jahren.

Praxistipp

Kinder dürfen selbst Tiere auswählen. Dadurch steigt die Motivation deutlich.


4. Bewegungs-Memory

So funktioniert das Spiel

Ein Kind macht eine Bewegung vor.

Zum Beispiel:

  • klatschen
  • hüpfen
  • drehen

Das nächste Kind wiederholt diese Bewegung und ergänzt eine weitere.

Jedes weitere Kind wiederholt die gesamte Bewegungsfolge und fügt eine neue Bewegung hinzu.

So entsteht eine immer längere Bewegungsreihe.

Förderung

Gefördert werden:

  • Gedächtnis
  • Konzentration
  • Aufmerksamkeit
  • Merkfähigkeit
  • Motorik

Viele Kinder erleben hier schnelle Erfolgserlebnisse.

Geeignetes Alter

Ab 5 Jahren.

Praxistipp

Zu Beginn reichen drei bis vier Bewegungen völlig aus. Der Schwierigkeitsgrad kann später langsam gesteigert werden.


5. Die Bewegungsampel

So funktioniert das Spiel

Die Spielleitung übernimmt die Rolle einer Ampel.

Kommandos:

  • Grün = laufen
  • Gelb = langsam gehen
  • Rot = stehen bleiben

Später können weitere Farben ergänzt werden:

  • Blau = hüpfen
  • Orange = drehen
  • Lila = schleichen

Die Kinder müssen aufmerksam zuhören und schnell reagieren.

Förderung

Gefördert werden:

  • Aufmerksamkeit
  • Impulskontrolle
  • Reaktionsvermögen
  • Regelverständnis
  • Konzentration

Kinder mit ADHS trainieren dabei spielerisch ihre Selbststeuerung.

Geeignetes Alter

Ab 3 Jahren.

Praxistipp

In meiner Erfahrung reagieren Kinder besonders positiv, wenn sie später selbst die Rolle der Ampel übernehmen dürfen.


6. Der geheime Anführer

So funktioniert das Spiel

Ein Kind verlässt kurz den Raum oder schließt die Augen. Die übrigen Kinder bestimmen heimlich einen Anführer.

Der Anführer beginnt nun mit verschiedenen Bewegungen:

  • klatschen
  • stampfen
  • Arme heben
  • hüpfen
  • drehen

Die anderen Kinder machen die Bewegungen nach. Das zurückkehrende Kind muss herausfinden, wer die Bewegungen vorgibt.

Viele Kinder mit ADHS lieben dieses Spiel, weil sie aktiv beobachten und gleichzeitig mitmachen dürfen.

Förderung

Dieses Spiel stärkt:

  • Aufmerksamkeit
  • Beobachtungsgabe
  • Konzentration
  • soziale Wahrnehmung
  • Impulskontrolle

Kinder lernen dabei, genau hinzusehen und sich auf eine Aufgabe zu fokussieren.

Geeignetes Alter

Ab 5 Jahren.

Praxistipp


7. Geräusche erkennen

So funktioniert das Spiel

Die Kinder sitzen im Kreis und schließen die Augen.

Nun erzeugt die Spielleitung verschiedene Geräusche.

Zum Beispiel:

  • klatschen
  • schnipsen
  • auf den Tisch klopfen
  • mit den Füßen stampfen
  • summen

Die Kinder müssen erraten, welches Geräusch sie gehört haben.

Später dürfen auch die Kinder selbst Geräusche erzeugen.

Förderung

Gefördert werden:

  • Hörwahrnehmung
  • Konzentration
  • Aufmerksamkeit
  • Geduld
  • Merkfähigkeit

Kinder mit ADHS profitieren häufig davon, ihre Aufmerksamkeit gezielt auf einen Sinneskanal zu richten.

Geeignetes Alter

Ab 4 Jahren.

Praxistipp

Die Schwierigkeit kann erhöht werden, indem mehrere Geräusche nacheinander abgespielt werden.


8. Spiegelspiel

So funktioniert das Spiel

Jeweils zwei Kinder stehen sich gegenüber.

Ein Kind macht Bewegungen vor, das andere spiegelt diese möglichst genau.

Beispiele:

  • Arme bewegen
  • hüpfen
  • drehen
  • Grimassen schneiden
  • balancieren

Nach kurzer Zeit werden die Rollen getauscht.

Förderung

Das Spiel fördert:

  • Konzentration
  • Beobachtungsgabe
  • Motorik
  • soziale Wahrnehmung
  • Körperkontrolle

Besonders Kinder mit ADHS lernen dabei, ihre Aufmerksamkeit auf eine andere Person zu richten.

Geeignetes Alter

Ab 4 Jahren.

Praxistipp

Langsame Bewegungen erhöhen den Schwierigkeitsgrad und fördern die Genauigkeit.


9. Bewegungsreise

So funktioniert das Spiel

Die Spielleitung erzählt eine Geschichte.

Die Kinder setzen alle beschriebenen Situationen durch Bewegungen um.

Beispiel:

„Wir laufen durch einen Wald.“

→ Die Kinder laufen auf der Stelle.

„Vor uns liegt ein Fluss.“

→ Die Kinder springen darüber.

„Wir klettern auf einen Berg.“

→ Die Kinder machen Kletterbewegungen.

„Jetzt begegnen wir einem Bären.“

→ Die Kinder schleichen vorsichtig davon.

In meiner Erfahrung reagieren Kinder mit ADHS besonders positiv auf fantasievolle Geschichten.

Förderung

Gefördert werden:

  • Sprachverständnis
  • Konzentration
  • Fantasie
  • Motorik
  • Aufmerksamkeit

Die Kinder verbinden Zuhören unmittelbar mit Bewegung.

Geeignetes Alter

Ab 3 Jahren.

Praxistipp

Kinder dürfen Teile der Geschichte selbst weitererzählen. Dadurch entsteht noch mehr Beteiligung.


10. Die magische Statue

So funktioniert das Spiel

Die Kinder bewegen sich frei durch den Raum.

Sobald die Spielleitung „Statue!“ ruft, müssen alle Kinder sofort erstarren und sich nicht mehr bewegen.

Wer besonders ruhig stehen bleibt, darf die nächste Bewegung vormachen.

Später können zusätzliche Aufgaben ergänzt werden:

  • Statue wie ein Tier
  • Statue wie ein Superheld
  • Statue wie ein Baum
  • Statue wie ein Roboter

Förderung

Dieses Spiel unterstützt:

  • Impulskontrolle
  • Körperkontrolle
  • Konzentration
  • Aufmerksamkeit
  • Reaktionsfähigkeit

Viele Kinder mit ADHS erleben dabei kleine Erfolgserlebnisse, wenn sie es schaffen, einige Sekunden ruhig zu verharren.

Geeignetes Alter

Ab 3 Jahren.

Praxistipp


11. Wer fehlt?

So funktioniert das Spiel

Alle Kinder sitzen oder stehen im Kreis und schließen die Augen. Die Spielleitung tippt ein Kind leise an. Dieses Kind versteckt sich anschließend möglichst unauffällig oder verlässt kurz den Raum.

Nun öffnen die anderen Kinder die Augen und müssen herausfinden, welches Kind fehlt.

Viele Kinder mit ADHS mögen dieses Spiel besonders gerne, weil sie aufmerksam beobachten und sich gleichzeitig aktiv beteiligen dürfen.

Förderung

Gefördert werden:

  • Wahrnehmung
  • Konzentration
  • Gedächtnis
  • Aufmerksamkeit
  • soziale Wahrnehmung

Kinder lernen dabei, ihre Umgebung bewusster wahrzunehmen und Details schneller zu erkennen.

Geeignetes Alter

Ab 4 Jahren.

Praxistipp

Bei jüngeren Kindern sollte die Gruppe nicht zu groß sein. Dadurch fällt das Erkennen leichter und Frustration wird vermieden.


12. Der Bewegungsdirigent

So funktioniert das Spiel

Ein Kind übernimmt die Rolle des Dirigenten und steht vor der Gruppe.

Es gibt verschiedene Bewegungen vor:

  • hüpfen
  • klatschen
  • stampfen
  • schleichen
  • drehen

Die anderen Kinder folgen den Anweisungen.

Nach kurzer Zeit übernimmt ein anderes Kind die Leitung.

Förderung

Gefördert werden:

  • Selbstvertrauen
  • Konzentration
  • soziale Kompetenzen
  • Aufmerksamkeit
  • Kreativität

Kinder lernen dabei sowohl das Führen als auch das Folgen.

Geeignetes Alter

Ab 4 Jahren.

Praxistipp

Auch eher zurückhaltende Kinder sollten gelegentlich die Rolle des Dirigenten übernehmen dürfen.


13. Gemeinsam zählen

So funktioniert das Spiel

Die Gruppe versucht gemeinsam bis zehn zu zählen.

Der Haken dabei:

Niemand darf festlegen, wer welche Zahl sagt.

Die Kinder müssen aufmerksam zuhören und spüren, wann sie an der Reihe sind.

Sprechen zwei Kinder gleichzeitig, beginnt die Gruppe wieder bei Eins.

Dieses Spiel wirkt auf den ersten Blick einfach, stellt aber hohe Anforderungen an Aufmerksamkeit und Impulskontrolle.

Förderung

Das Spiel fördert:

  • Konzentration
  • Zuhören
  • Impulskontrolle
  • Geduld
  • soziale Wahrnehmung

Viele Kinder lernen dabei, ihre eigenen Impulse besser zu steuern.

Geeignetes Alter

Ab 5 Jahren.

Praxistipp

Zu Beginn kann zunächst nur bis fünf gezählt werden.


14. Die stille Minute

So funktioniert das Spiel

Die Kinder sitzen bequem im Kreis.

Nun versuchen alle gemeinsam für kurze Zeit möglichst ruhig zu sein und bewusst auf Geräusche in ihrer Umgebung zu achten.

Anschließend erzählen die Kinder:

  • Was habe ich gehört?
  • Welche Geräusche waren laut?
  • Welche Geräusche waren leise?

Dieses Spiel eignet sich gut für Kinder, die häufig unter einer Reizüberflutung leiden.

Förderung

Gefördert werden:

  • Wahrnehmung
  • Konzentration
  • Selbstregulation
  • Achtsamkeit
  • Aufmerksamkeit

Kinder lernen dabei, ihren Fokus bewusst zu lenken.

Geeignetes Alter

Ab 4 Jahren.

Praxistipp

Die Übungsdauer sollte anfangs nur 20 bis 30 Sekunden betragen.


15. Die Team-Challenge

So funktioniert das Spiel

Die Kinder erhalten eine gemeinsame Aufgabe.

Zum Beispiel:

  • Alle müssen gleichzeitig aufstehen.
  • Alle müssen gleichzeitig sitzen.
  • Alle müssen gemeinsam eine bestimmte Bewegung ausführen.
  • Alle müssen ohne Absprachen eine Reihenfolge bilden.

Das Ziel besteht darin, gemeinsam eine Lösung zu finden.

Förderung

Gefördert werden:

  • Teamfähigkeit
  • Kommunikation
  • soziale Kompetenzen
  • Konzentration
  • Problemlösung

Kinder erleben, dass Zusammenarbeit oft erfolgreicher ist als Konkurrenz.

Geeignetes Alter

Ab 5 Jahren.

Praxistipp

Loben Sie vor allem die Zusammenarbeit und nicht das Ergebnis.


So unterstütze ich Kinder mit ADHS im Alltag

Spiele sind eine wertvolle Unterstützung. Sie ersetzen jedoch keine gute Begleitung im Alltag.

Kleine Rituale helfen

Kinder mit ADHS profitieren häufig von klaren Strukturen.

Rituale geben:

  • Orientierung
  • Sicherheit
  • Vorhersehbarkeit
  • Stabilität

Deshalb beginne ich viele Angebote mit einem festen Ablauf.

Beispiele:

  • Begrüßungsritual
  • Bewegungslied
  • kurzer Reim
  • gemeinsame Startbewegung

Kinder wissen dadurch sofort, was sie erwartet.


Bewegung sinnvoll integrieren

Viele Kinder mit ADHS benötigen regelmäßige Bewegungsmöglichkeiten.

Statt Bewegung ständig einzuschränken, versuche ich sie gezielt einzubauen.

Zum Beispiel:

  • kurze Bewegungspausen
  • Laufaufträge
  • Bewegungsreime
  • aktive Übergänge

Lob statt Druck

Kinder mit ADHS erleben häufig Kritik.

Deshalb sind positive Rückmeldungen besonders wichtig.

Hilfreiche Aussagen sind:

  • „Das hast du heute toll geschafft.“
  • „Du warst sehr aufmerksam.“
  • „Ich habe gesehen, wie konzentriert du gearbeitet hast.“
  • „Das war eine gute Idee.“

Positive Rückmeldungen stärken Motivation und Selbstvertrauen deutlich stärker als ständige Korrekturen.


Wiederholungen nutzen

Viele Kinder lieben bekannte Abläufe.

Wiederholungen schaffen:

  • Sicherheit
  • Erfolgserlebnisse
  • Orientierung

Deshalb wiederhole ich erfolgreiche Spiele regelmäßig.

Kinder erleben dadurch, dass sie Fortschritte machen.


Motivation erhalten

Nicht jedes Spiel begeistert jedes Kind.

Hilfreich sind:

  • Mitbestimmung
  • Fantasiegeschichten
  • Tierrollen
  • kleine Herausforderungen
  • Lob und Anerkennung

Viele Kinder freuen sich besonders darüber, eigene Ideen einbringen zu dürfen.


Häufige Fehler vermeiden

Spiele für Kinder mit ADHS können eine enorme Unterstützung sein. Gleichzeitig gibt es einige typische Fehler, die dazu führen können, dass Kinder überfordert werden oder die gewünschte Wirkung ausbleibt.

1. Zu lange Spielzeiten wählen

Beschreibung

Viele Erwachsene verlängern Spiele, obwohl die Aufmerksamkeit der Kinder bereits nachlässt.

Auswirkungen

Kinder werden unruhig, verlieren die Motivation und schalten innerlich ab.

Bessere Alternative

Lieber mehrere kurze Spielrunden durchführen als ein einziges langes Spiel.

Besonders Kinder mit ADHS profitieren häufig von Spielphasen zwischen fünf und zehn Minuten.


2. Zu komplizierte Regeln erklären

Beschreibung

Manche Spiele werden mit langen Erklärungen eingeführt.

Auswirkungen

Viele Kinder verlieren bereits vor Spielbeginn die Aufmerksamkeit.

Bessere Alternative

Regeln kurz erklären und direkt ausprobieren lassen.

Kinder lernen häufig schneller durch eigenes Handeln.


3. Bewegungsdrang unterdrücken

Beschreibung

Kinder sollen ständig stillsitzen und sich möglichst wenig bewegen.

Auswirkungen

Die innere Unruhe nimmt häufig zu.

Bessere Alternative

Bewegung bewusst zulassen und sinnvoll integrieren.


4. Zu viel Wettbewerb erzeugen

Beschreibung

Viele Spiele konzentrieren sich ausschließlich auf Gewinner und Verlierer.

Auswirkungen

Frustration und Konflikte können entstehen.

Bessere Alternative

Regelmäßig kooperative Spiele einsetzen.


5. Kinder ständig korrigieren

Beschreibung

Jede kleine Abweichung wird sofort kommentiert.

Auswirkungen

Kinder verlieren Selbstvertrauen.

Bessere Alternative

Fortschritte stärker beachten als Fehler.


6. Zu viele Reize gleichzeitig anbieten

Beschreibung

Laute Musik, viele Anweisungen und zusätzliche Materialien wirken gleichzeitig auf die Kinder ein.

Auswirkungen

Kinder mit ADHS fühlen sich schnell überfordert.

Bessere Alternative

Klare und übersichtliche Spielsituationen schaffen.


7. Erfolgserlebnisse vergessen

Beschreibung

Nur Fehler werden wahrgenommen.

Auswirkungen

Die Motivation sinkt.

Bessere Alternative

Kleine Fortschritte bewusst loben.


8. Keine Wahlmöglichkeiten bieten

Beschreibung

Kinder dürfen nie mitentscheiden.

Auswirkungen

Die Beteiligung nimmt ab.

Bessere Alternative

Kinder gelegentlich Spiele auswählen oder verändern lassen.


9. Unterschiedliche Bedürfnisse ignorieren

Beschreibung

Alle Kinder sollen gleich reagieren.

Auswirkungen

Einige Kinder fühlen sich überfordert.

Bessere Alternative

Spiele flexibel anpassen.


10. Zu schnell aufgeben

Beschreibung

Ein Spiel wird nach einem misslungenen Versuch sofort verworfen.

Auswirkungen

Kinder verlieren wertvolle Lernchancen.

Bessere Alternative

Spiele mehrfach ausprobieren und gegebenenfalls vereinfachen.


Weitere kurze Ideen ohne Material

Bewegungen weitergeben

Eine Person zeigt eine kleine Bewegung. Die nächste macht sie nach und ergänzt auf Wunsch eine zweite. In einer leichten Variante bleibt es bei einer Bewegung. Lassen Sie keinen langen Durchgang entstehen, während die anderen warten; zwei oder drei Personen reichen.

Farb- und Formsucher

Nennen Sie eine Farbe oder Form. Das Kind zeigt auf einen passenden Gegenstand im Raum, ohne ihn holen zu müssen. Danach stellt es selbst die Aufgabe. Vereinbaren Sie, ob Dinge mehrfach genannt werden dürfen. Es gibt keine Zeitmessung.

Zahlenkette im Stehen

Zählen Sie abwechselnd bis zu einer vorher festgelegten Zahl. Ein langsamer Schritt kann die eigene Zahl begleiten. Beginnen Sie mit einem kleinen Zahlenraum. Wer die Folge verliert, startet gemeinsam neu; niemand ist schuld am Abbruch.

Ein gedachter Ballon

Die Hände zeigen einen kleinen Ballon, der beim normalen Einatmen etwas größer und beim Ausatmen kleiner wird. Atmen Sie bequem, ohne Luft anzuhalten oder besonders tief zu atmen. Das Kind darf nur die Handbewegung mitmachen. Bei Unbehagen endet die Runde.

Der wandernden Hand folgen

Eine Person bewegt ihre Hand langsam von links nach rechts. Die andere folgt der Bewegung mit dem Blick oder mit der eigenen Hand. Abstand, Tempo und Dauer werden gemeinsam gewählt. Blickkontakt und langes Fixieren werden nicht eingefordert.

Häufige Fragen zu ADHS-Spielen ohne Material

Wie lange sollte ein Spiel dauern?

Planen Sie eine kurze Runde mit einem klaren Ende. Wenige Minuten können ausreichen; das ist keine feste Aufmerksamkeitsspanne. Wenn Interesse und Wohlbefinden nachlassen, wird unterbrochen.

Was tun, wenn ein Kind sehr unruhig ist?

Prüfen Sie zuerst, ob es gerade spielen möchte und ob die Umgebung passt. Eine Bewegung vormachen oder eine Regel vereinfachen kann helfen. Unruhe ist kein Anlass, ein Kind aus der Gruppe auszuschließen.

Können Geschwister mitspielen?

Ja, wenn der Ablauf für alle verständlich bleibt. Unterschiedliche Hilfen sind erlaubt. Wählen Sie Kooperation statt eines Vergleichs, wer schneller stoppt oder länger durchhält.

Ersetzen die Spiele eine Behandlung?

Nein. Welche Unterstützung ein Kind mit ADHS benötigt, wird individuell mit Fachpersonen geklärt. Das IQWiG beschreibt die Möglichkeiten der ADHS-Behandlung. Die hier genannten Spiele sind gemeinsame Freizeit- und Übungsangebote.

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